Ein paar Kissinger hatten schon befürchtet, es werde vielleicht doch nichts mit dem erhofften Aufhübschen einer alten Problemzone der Altstadt. Gut zwei Jahre war in der Öffentlichkeit nichts mehr zu hören von den eigentlich schon genehmigten Plänen für die Häuser Weidgasse 5 bis 9. Jetzt aber geschieht doch etwas. Der städtische Bauausschuss bestätigte am Mittwoch eine Reihe von Voraussetzungen für den Beginn der Arbeiten an dem Projekt.

Dass seit der genehmigten Bauvoranfrage im Mai 2018 und einer Abrissgenehmigung im Dezember 2018 in dem Bereich nichts Entscheidendes weg- und außer einem Dixi-Klo auch nichts wesentliches dazugekommen ist, hat einen Grund. Hinter dem Projekt steht nicht mehr der ursprüngliche Bauherr. Er hat offenbar verkauft. Ein neuer Bauherr will das Projekt aber nach den genehmigten Plänen des Vorgängers umsetzen. Das bestätigte Bauamtsleiterin Christine Schwind am Rande der Ausschusssitzung.

Beginn Ende des ersten Quartals

Der Start des Projekts mit Abriss und Neubau, heißt es in den Unterlagen für den Bauausschuss, sei für Ende des ersten Quartals geplant. Die Baustelle werde danach insgesamt etwa eineinhalb Jahre laufen.

Befunden hat der Bauausschuss am Mittwoch eigentlich nur über Fragen, die für die Einrichtung und die Abwicklung der Baustelle eine Rolle spielen. So stimmten die Räte zu, dass die Stadt entgegen einem früheren Beschluss dem Bauherrn zur besseren Abwicklung der beengten Baustelle die Fläche von 16 zurzeit vermieteten Parkplätzen auf der Ostseite des Wahlerbräu-Parkplatzes zur Verfügung stellt. Für die so belegten Stellflächen soll es Ersatz im Parkhaus Zentrum geben.

Ersatz für zwei Großbäume

Im Mai 2018 hatte der Bauausschuss außerdem gefordert, dass zwei große Spitzahornbäume auf der östlichen Seite des Wahlerbräu-Parkplatzes erhalten bleiben müssen. Die will der neue Bauherr jetzt aber doch fällen und der Bauausschuss stimmte zu. Bedingung sind Ersatzpflanzungen, die einen angemessenen Ersatz für die jetzigen Bäume darstellen.

Zu den Details der Planung gab es am Mittwoch keine neuen Informationen. Rund um die Bauvoranfrage im Mai 2018 hatte der damalige Bauherr aber berichtet, dass anstelle der Häuser Weidgasse 5 bis 9 Gebäude vorgesehen seien, die Geschäftsnutzung und Wohnnutzung zu vereinen.

Läden im Erdgeschoss

Im Erdgeschoss seien Läden geplant und zwar mindestens drei, hieß es damals. Die Geschosse darüber seien für Wohnnutzung reserviert. Bei der Voranfrage im Mai war von elf Wohneinheiten die Rede. Ein halbes Jahr später, bei einer Debatte über den Abriss der Häuser, lautete die Information, es seien 13 Wohneinheiten geplant.

Die städtische Bauverwaltung beschrieb das Projekt seinerzeit als passend für den Standort. Es füge sich von der Höhe her in seine Umgebung ein. Die überbaute Fläche sei mit dem Bestand vergleichbar. Für das Haus Weidgasse 7, das die Ansicht vom Klieglplatz her maßgeblich bestimmt, sei ein Ersatz erarbeitet worden, "der die alten historischen Strukturen aufnimmt und in einer neuen Sprache wieder abbildet."

Die Zustimmung im Stadtrat war 2018 grundsätzlich groß. Die Lösung sei denkmalschutzrechtlich für diesen ensemblegeschützten Bereich der Altstadt akzeptabel. Manche versprachen sich sogar eine "Initialzündung" für die weitere Entwicklung der Altstadt an ihren weniger vorzeigbaren Stellen.

Bedenken beseitigt

Einfach so waren die Bedenken der Denkmalpflege gegen einen Abriss aber nicht vom Tisch zu wischen. Vor allem für die Häuser Nummer 7 und 8 machte sich die Behörde stark. Nummer 8, so die Stadt damals, sei aber nachgewiesenermaßen einsturzgefährdet. Und angesichts von Raumhöhen zwischen 1,92 und 2,09 Metern im Obergeschoss sei eine vernünftige Nutzung auch bei Haus Nummer 7 nicht möglich. Siegfried Farkas