Der aktuellen Teuerungswelle auf den Baustellen dieser Republik ist das Bürgerhaus wohl gerade noch einmal zuvorgekommen. Architekt Roland Nörpel sprach bei anstehenden Auftragsvergaben in der Stadtratssitzung von einem Glück, dass das Vorhaben schon fortgeschritten ist. Dennoch ergeben sich, gegenüber den Kostenschätzungen von 2019, weitere Mehrausgaben in einzelnen Bereichen.

Fliesenarbeiten günstiger

Zunächst die gute Nachricht. Mit 140.000 Euro liegen die nun anstehenden Naturstein- und Fliesenlegerarbeiten rund 40.000 Euro unter den Ansätzen. Den Auftrag sicherte sich zu diesem Preis die Firma Scheurer (Gauaschach). Neun Firmen hatten um die günstigste Offerte mitgeboten. Und dann wird es auch schon teurer als 2019 veranschlagt.

Sieben Firmen bewarben sich um die Parkettarbeiten im Bürgerhaus. Ein Angebot ging laut Architekt Nörpel fristgerecht am Tag der Submission ein. Auch dieser Auftrag bleibt in Hammelburg, und zwar bei der Firma Bergander. Sie legt laut Angebot Böden für rund 90.000 Euro. Dies bedeutet gegenüber dem Ansatz eine Mehrung von 32.000 Euro.

Dämmung um 81 Prozent teurer

Erheblicher ist der Aufpreis bei der Dämmung des Gebäudes. Hier stiegen die Kosten um rund 80 Prozent von angesetzten 117.000 Euro auf 212.000 Euro (Firma Greubel GmbH & Co KG, Eltingshausen). Moderat fällt das Plus bei den Estricharbeiten aus. Mit rund 120.000 Euro steigen die Kosten um sechs Prozent (knapp 7000 Euro, Firma Schmitt Fußbodentechnik, Hesselbach).

Die Malerarbeiten werden ebenfalls spürbar teurer. Statt 40.000 Euro fallen 59.000 Euro an. Dies bedeutet einen Preissprung von 45 Prozent. Der Auftrag geht an die Firma Weippert (Stadtlauringen). Aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Lage sei mit einer Verteuerung zu rechnen gewesen, dennoch könne das Angebot als angemessen und wirtschaftlich bezeichnet werden, folgerte die Stadtverwaltung nach der Prüfung durch den Architekten. Zu den Malerarbeiten waren vom Architekten 17 Betriebe zu einem Gebot aufgefordert worden, neun Angebote waren fristgerecht eingegangen.

Nachvereinbarung wegen Kosten

Gegenüber der Auftragsvergabe von 2020 verteuern sich die Anlage für Wasser, Abwasser und Gas von rund 118.000 Euro um 28.000 Euro auf nun 147.000 Euro (Firma Herold, Schweinfurt). Der Stadtrat stimmte einer entsprechenden Nachvereinbarung zu. Im betreffendem Gewerk begannen die Hauptarbeiten erst im April 2022. Die ursprünglich angesetzten Kosten seien nicht zu halten gewesen, so der Architekt. Wolfgang Dünnebier