Der Ausbau der Ortsdurchfahrt Seubrigshausen ist erst seit ein paar Tagen unumstößlich. Kürzlich lehnte der Kreis-Wirtschaftsausschuss das Ansinnen der Stadt Münnerstadt ab, die Ausschreibung zu diesem Projekt wieder aufzuheben. Der Auftrag wurde im Ausschuss mit einer Summe von rund 2,89 Millionen Euro an die Firma Hell aus Bad Kissingen vergeben. Anfang Mai soll's nun endlich losgehen. Derweil muss die Stadt Münnerstadt noch einige Hausaufgaben erledigen.

Die Fahrbahn und die Gehwege zu erneuern, kostet Stadt und Kreis zusammen rund 1,77 Millionen Euro, sagt Jürgen Dobler, Leiter der Bautechnik im Landratsamt. Davon sind etwa 1,25 Millionen Euro zuwendungsfähig und werden mit 75 bis 80 Prozent aus dem Gemeinde-Verkehrs-Finanzierungsgesetz (GVFG) gefördert, hat er errechnet. Interessant dabei: Der Fördersatz fällt so hoch aus, weil Stadt und Kreis als "finanzschwache Kommunen" gelten.

Während man in Münnerstadt nach Bekanntwerden des Submissionsergebnisses von "schwindelerregenden und völlig inakzeptablen Mehrungen" an Kosten für die Stadt sprach, scheinen sich die Gemüter nun etwas beruhigt zu haben. "Was den Ausbau der Gehwege und der Straße in Seubrigshausen angeht, sind die Preise mit denen der Ortsdurchfahrt Wermerichshausen vergleichbar", sagt Münnerstadts Zweiter Bürgermeister Michael Kastl. Es sei zwar teurer als gedacht, aber die Preise hätten nun mal angezogen.


Kosten für Stadt und Kreis

Von der Gesamtinvestition in Höhe von 2,89 Millionen Euro fallen für den Landkreis laut Dobler Kosten in Höhe von rund 843 000 Euro für die Ortsdurchfahrt sowie für anteilige Gehweg-Angleichungen an. Abzüglich der besagten GVFG-Förderung stünden für den Kreis letztendlich etwa 170 000 Euro auf der Kostenrechnung.
Die Stadt Münnerstadt muss in der Ortsdurchfahrt für den Kanalbau 170 000 Euro, für die Gehwege 562 000 Euro (davon zahlen die Anlieger rund 220.000 Euro) und für die Beleuchtung etwa 25 000 Euro zahlen, hat Münnerstadts Baureferent Simon Glückert nach Bekanntwerden des Submissionsergebnisses errechnet. Auch hier gibt es, wie erwähnt, GVFG-Fördermittel.

Die Maßnahme Kiliansplatz, die mit rund 790.000 Euro zu Buche schlägt, ist allerdings eine rein städtische Maßnahme, für die es keine staatlichen Mittel gibt. Allerdings wurden hier, speziell für die Platzgestaltung, laut Glückert immerhin ELER (Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums)-Mittel in Höhe von 136 000 Euro in Aussicht gestellt.

In der Maßnahme Kiliansplatz inbegriffen sind neben der Platzgestaltung auch der Ausbau der Straße St. Kiliansplatz, die Erneuerung der Gehwege (anteilig mit den Anliegern), die Anpassung des Grottenwegs und das Anlegen von Grünflächen. Was die Stadt letztendlich für den Dorfplatz und die Ortsdurchfahrt insgesamt netto bezahlen muss, lässt sich laut Glückert, wegen Unwägbarkeiten im Ablauf der Maßnahme, zur Zeit nur vage schätzen. Unterm Strich könnte sich die Summe rund um 920.000 Euro bewegen.

Was die Erneuerung der Gehwege angeht, hat die Stadt Münnerstadt noch Etliches zu erledigen. Denn die Gehsteige an der Ortsdurchfahrt sind teilweise noch in Privatbesitz. "Wir möchten diese Flächen kaufen", sagt Kastl. Denn die Stadt muss dort 1,50 Meter breite Gehwege vorhalten.


Einzelgespräche mit Anliegern

In diesen Tagen verschickt die Stadt Briefe an die 36 Anlieger der Ortsdurchfahrt, um über all dies zu informieren. Nach den Osterferien soll es laut Kastl Einzelgespräche zwischen Stadtverwaltung und Anliegern geben. Auch die Anlieger der Straße am Dorfplatz werden mit ins Boot genommen, sagt der Zweite Bürgermeister. Seinen Angaben zufolge habe die Stadt die Straße St. Kiliansplatz inzwischen als Haupterschließungsstraße eingestuft, was die Anliegerbeiträge für die Gehwege erheblich mindere (von 80 auf 65 Prozent der Gesamtkosten).

Für alle Anlieger hat auch Tiefbauleiter Dobler noch ein Zuckerl parat. Denn was den Ausbaubeitrag angeht, würden lediglich die Kosten für eine Schwarzdecke veranschlagt, obwohl teures Pflaster verlegt wird, das letztendlich die Stadt zu einem großen Anteil zahlt. Isolde Krapf