Fast die komplette Rhönklub-Familie der Region Saale-Sinn war zur Hauptversammlung nach Unterelsbach gekommen. Das große Interesse an der Versammlung galt dabei sicher dem in den Zweigvereinen sehr kontrovers geführten Tagesordnungspunkt "Geplante Beitragserhöhung".
Kein allzu populäres Thema, wie der Vorsitzende der Region Saale-Sinn, Thomas Hammelmann, als auch der Präsident des Rhönklub Jürgen Reinhardt feststellten.
Allerdings, so Reinhardt, müsse das Thema nun aufgegriffen werden, um die Finanzen des Rhönklubs und seine Handlungsfähigkeit in seiner Gesamtheit stabil zu halten.


Letzte Erhöhung vor zehn Jahren

Bereits zehn Jahre seien vergangen, seit es die letzte Erhöhung des Beitrages gegeben habe. Nicht über die Köpfe der Mitglieder hinweg wolle man aber entscheiden, die Hauptversammlung des Gesamtrhönklubs habe das letzte Wort, machte Hammelmann deutlich. Anhand der Zahlen, sagte der Präsident, fehlten derzeit im jährlichen Haushalt zirka 40 000 Euro, die nicht allein durch Kürzungen eingespart werden könnten. Vor allem Mehrausgaben bei der Betreuung des Wegenetzes und der stetige Rückgang von Spendengeldern seien hierfür verantwortlich.


Zweistufige Erhöhung

Vom Hauptvorstand war der Vorschlag deshalb eingebracht werden, eine Beitragserhöhung um vier Euro pro Hauptmitglied und drei Euro pro Anschlussmitglied für das Jahr 2017 vorzusehen. Im Jahre 2020 solle dann der gleiche Betrag noch einmal aufgesattelt werden.
Die Aussprache hierüber zeigte, wie kontrovers das Thema bereits in den vorausgegangenen Versammlungen der Zweigvereine diskutiert worden war. Nur wenige Vorsitzende gaben dem Hauptvorstand mit einem zustimmenden Votum grünes Licht. Die überaus große Mehrheit der Vereine lehnte das Vorhaben konsequent ab. Sie befürchteten vor allem, dass die Erhöhung eine Begründung für viele, vor allem ältere Mitglieder sein könnte, ihren Austritt zu erklären. Dann, so der Vertreter aus Würzburg, hätte man trotz erhöhter Beiträge auch nicht mehr Geld zur Verfügung, denn "weniger Mitglieder bringen auch weniger Beiträge". Die Vorsitzende des Aschaffenburger Rhönklubs wies darüber hinaus darauf hin, dass der in ihrem Bereich konkurrierende Spessartbund und auch der Odenwaldverein mit wesentlich weniger Beitragsvolumen auskämen.


Hauptvorstand nun am Zuge

Konrad Tripp, der stellvertretende Vorsitzende der Saale-Sinn-Region schlug vor, eine Erhöhung zwar vorzunehmen, das aber in moderatem Umfang und in einem Zuge. Nicht wenige Zweigvereine unterstützten diesen Vorschlag, weil sich eine Erhöhung in zwei Stufen für die Vereine verwaltungstechnisch erschwerend auswirke. Nach einem Telefonat mit dem Vorsitzenden der Fuldaregion, welche zur gleichen Zeit ebenfalls über die Erhöhung diskutierte, einigte sich die Versammlung, einer Erhöhung auf der Hauptversammlung mit vier Euro pro Hauptmitglied und zwei Euro pro Anschlussmitglied ab dem Jahr 2017 zustimmen zu wollen. Die zweite Stufe im Jahr 2020 fällt dann weg. Damit wurde der Ball wieder zurück an den Hauptvorstand gespielt, welcher sich nun mit diesem Votum auseinander zu setzen hat. Auf keinen Fall würden Gelder aus der Beitragserhöhung für die kostspielige Renovierung der Milseburghütte verwendet, wies Jürgen Reinhardt Spekulationen zurück.


Mitgliederzahl sinkt

Dem Rhönklub in der Saale-Sinn-Region gehören derzeit 9495 Mitglieder an, dies sind 120 Mitglieder weniger als im Jahr zuvor. Allerdings haben die Veranstaltungen wieder zugenommen, dies gelte sowohl für die Wandertätigkeit als auch die Kulturarbeit. Bei der Wegarbeit wurde zudem bemängelt, dass die Arbeit der Wegewarte nicht ausreichend von den Kommunen und Touristikeinrichtungen anerkannt würde. Dies gelte vor allem für den Premiumweg Hochrhöner und dessen Anschlusswege. Man überlasse hierbei dem Rhönklub zwar die Betreuung, die Wertschöpfung gehe aber in andere Hände.


Rhönliedkonzert am 21. Oktober

In der Saale-Sinn-Region seien derzeit zirka 900 Kilometer an Wegen zu überprüfen und zu markieren, viel Arbeit für die Wegewarte aus den Zweigvereinen. In der Versammlung stellten sich mit Silvia Kralus vom ZV Wildflecken und Robert Groß vom ZV Bad Kissingen zwei neue Wegewarte für die Region Saale-Sinn vor. Sie erhielten von der Versammlung einstimmiges Vertrauen. Kulturwart Dr. Rudolf Gerr warb für das Projekt "Rhönliedkonzert", dessen Uraufführung am 21. Oktober in Bad Kissingen stattfinden wird. mz