So geschehen wenige Tage nach den Weihnachtsfeiertagen am frühen Morgen des 29. Dezember in der Industriestraße in Bad Königshofen: Gegen 5.45 Uhr brach dort in einem Dachdeckerbetrieb ein großer Brand aus, der eine Lagerhalle samt dazugehörigem Bürotrakt komplett zerstörte (wir berichteten).


Grünes Licht von der Kripo

Der Schreck steckt Maximilian Neumann und seinen Eltern, Heidrun und Manfred Imhof, die unmittelbar neben dem niedergebrannten Gebäude wohnen, immer noch in den Gliedern. An diesem Mittwochvormittag sind sie mit einigen Helfern mit ersten Aufräumarbeiten beschäftigt, nachdem die Kriminalpolizei dafür grünes Licht gegeben hat. "Die ersten Tage nach dem Feuer waren nicht einfach", sagt Neumann. Er führt den Dachdeckerbetrieb, der im Mai 2014 aus der Traditionsfirma seines Stiefvaters hervorging. Mittlerweile habe sich die erste Aufregung aber etwas gelegt, und man schaue wieder optimistischer in die Zukunft als noch kurz nach dem verheerenden Feuer. "Ich will das Lagergebäude und das Büro so schnell wie möglich wieder aufbauen", so Maximilian Neumann, bei dem fünf Mitarbeiter beschäftigt sind.


Ursache wird ungeklärt bleiben

Grundvoraussetzung für die nächsten Schritte wie die Antragstellung auf Leistungen aus der Brandversicherung, den Abriss der Brandruine und den Bau einer neuen Halle war der Abschluss der polizeilichen Ermittlungen, die in alle Richtungen zielten und jetzt abgeschlossen sind. "Es wird keine weitergehenden Feststellungen mehr zur Brandursache geben", heißt es in einem Schreiben der Kriminalpolizei, das Maximilian Neumann seit Mittwoch vorliegt. Was das Feuer letztendlich ausgelöst hat, wird vermutlich nie geklärt werden können. "Vielleicht war es ein technischer Defekt infolge einer defekten Autobatterie oder ein Kurzschluss nach einem Marderbiss", mutmaßt der Dachdeckermeister.

Auch über die Höhe des Schadens kann derzeit nur spekuliert werden. "Das wissen wir erst, wenn alle Unterlagen für die Gebäudeversicherung zusammengestellt sind und Kostenschätzungen für Abriss und Neubau vorliegen", so Neumann. Abzusehen sei allerdings, dass die Schadenshöhe weit im sechsstelligen Bereich also deutlich über 100 000 Euro liegen werde.

Der Bad Königshöfer Handwerksmeister hat auch deshalb schnell wieder Mut gefasst, weil das Feuer in einer relativ auftragschwachen Zeit ausbrach und die Feuerwehr viele wichtige Unterlagen und einen Computer gerade noch rechtzeitig aus dem Büro retten konnte. "Wir können kurzfristig andere Lager- und Büroräume nutzen, die uns von befreundeten Unternehmen angeboten wurden", spricht Maximilian Neumann die große Hilfsbereitschaft vieler Königshöfer an.

Auch die Stadt Bad Königshofen unterstützt ihn mit einem Radlader aus dem Bauhof. "Ich gehe fest davon aus, dass wir den Neubau noch vor dem nächsten Weihnachtsfest in Betrieb nehmen können." Alfred Kordwig