Die Bluttat ereignete sich in der Wohnung des Opfers in Bad Kissingen. Schuldfähig war die 23-Jährige aber nicht. Sie wird in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht, solange sie aufgrund wahnhafter Vorstellungen eine Gefahr für Dritte darstellen kann. So urteilte die Große Strafkammer des Landgerichts Schweinfurt nach mehrtägigem Unterbringungsverfahren. Die Kammer hat so dem Antrag der Staatsanwaltschaft wie auch der Verteidigung entsprochen.

Am Nachmittag des 6. Juli letzten Jahres telefonierte die 46-Jährige, die in Bad Kissingen ein Rotlicht-Etablissement leitete, in ihrer Wohnung gerade mit ihrem Ex-Lebensgefährten (48), als dieser sie rufen hörte: "Sie sticht mich ins Bein." Er habe "noch nie einen Menschen so unglaublich schreien gehört", sagte der Mann als Zeuge. Nach einem Röcheln sei es totenstill gewesen.

Noch am selben Tag wurde die 23-jährige Tochter im Bahnhofsbereich festgenommen und in die Psychiatrie eingeliefert. Die Tötung ihrer Mutter hatte sie sofort zugegeben. fan