Wohnen ist in den vergangenen Jahren an den meisten Orten in Deutschland teurer geworden. Vor allem in den für junge Zuzügler besonders attraktiven Zentren stiegen die Preise bei Neuvermietungen zum Teil exorbitant. Auch im Landkreis Bad Kissingen müssen Mieter mehr bezahlen als noch vor einigen Jahren. Vor Ort blieb der Anstieg im Zeitraum von in den Jahren 2012 bis 2019 aber moderat.

Wie das Immobilienportal www.immowelt.de in einer Analyse der Entwicklung bei den Angebotsmieten ermittelte, sind die Quadratmeterpreise bei den Kaltmieten im Bäderkreis von 2012 bis 2019 von 4,80 Euro auf 5,80 Euro gestiegen. Das entspreche einem Anwachsen um 21 Prozent. Die angegebenen Preise geben laut immowelt.de jeweils Mittelwerte der geforderten Nettokaltmieten bei Neuvermietungen wieder. Datenbasis waren auf der Internetplattform inserierte Angebote mit Wohnflächen zwischen 40 und 120 Quadratmetern.

Stadt-Land-Gefälle

Wichtig ist auch der Verweis darauf, dass es eine Art Stadt-Land-Gefälle auch in grundsätzlich ländlicheren Gebieten wie dem Landkreis Bad Kissingen gibt. Wohnungen in begehrter Lage der Kurstadt liegen in der Regel deutlich über den genannten Mittelwerten. In ländlicheren Gemeinden des östlichen Landkreises Bad Kissingen dagegen werden vermutlich oftmals niedrigere Mieten verlangt.

Das Immobilienportal stellt in seiner Analyse eine enge Verbindung zwischen Bevölkerungsanstieg und Entwicklung der Mieten her. Doch diese Verbindung erklärt die Preisentwicklung nicht in jedem Fall. So steht nach Angaben von immowelt.de bei München ein Bevölkerungsanstieg um 8 Prozent einem Mietpreisanstieg um 45 gegenüber. Ein wichtiger Aspekt ist auch, ob zugleich genügend neue Wohnungen entstehen. Zudem stellt das Portal die Frage, ob "der Trend des urbanen Lebens weitergehe" oder ob "die Städte irgendwann zu voll und zu teuer" seien.

Man muss gar nicht boomende Mietmärkte wie die von Berlin oder München heranziehen, um festzustellen, das der Anstieg der vergangenen Jahre im Landkreis Bad Kissingen noch moderat war. Im restlichen Mainfranken sind jedenfalls vielerorts stärkere Zuwächse zu verzeichnen. Für die Stadt Würzburg, zum Beispiel, gibt immowelt.de für den Analysezeitraum einen Anstieg um 39 Prozent an. Bei der Stadt Schweinfurt hat das Portal eine Veränderung um 29 Prozent ermittelt.

In Mainfranken höher

Auch für die Landkreise Mainfrankens liegen die errechneten Werte über jenen im Bäderkreis. Für die Haßberge steht in der Liste für den Zeitraum 2012 bis 2019 ein Plus von 33 Prozent.

Einen enormen Anstieg hat es laut der Analyse in Kitzingen und der Umgebung gegeben. Dort seien die Nettokaltmieten bei Neuvermietungen im selben Zeitraum gar um 50 Prozent angestiegen. 40 Prozent mehr im Kreis Main-Spessart und 46 Prozent plus im Landkreis Würzburg markieren ebenfalls starke Anstiege.

Höhere Zuwächse bei den Quadratmeterpreisen der Nettokaltmieten bei Neuvermietung als im Landkreis Bad Kissingen stellt die Analyse auch für den Landkreis Schweinfurt (plus 32 Prozent) fest. Auch der nordöstliche Nachbarlandkreis Rhön-Grabfeld lag mit 36 Prozent Zuwachs über der Quote im Bäderkreis.

 Das  Immobilienportal  www.immowelt.de bezeichnet sich selbst als Online-Marktplatz für Wohnungen, Häuser und Gewerbeimmobilien. Die Unternehmensgruppe ist eine Tochter der Axel Springer SE.