Seit April 2020 ist der Landkreis "Digitale Bildungsregion". Coronabedingt wurde die Übergabe des Siegels durch den Freistaat zunächst in den Herbst verschoben. Im Oktober gab's dann, wegen der anhaltenden Pandemie, doch nur eine Videobotschaft von Kultusstaatssekretärin Anna Stolz. Landrat Thomas Bold freute sich sehr über die Auszeichnung, sagte er in einer Bürgermeister-Dienstbesprechung in der Hammelburger Musikakademie und hob hervor, dass der Landkreis schon seit Jahren an digitalen Bildungskonzepten arbeitet.

Lizenz auch für Zuhause

Als Beispiel nannte er die Tatsache, dass alle elf Kreisschulen bis Ende 2020 ans Glasfasernetz angeschlossen sein werden. Für die Schulen wurden über 1000 Tablets bestellt. An ein paar Einrichtungen ist inzwischen das Programm Microsoft Office 365 zum Standard geworden - und das schon vor der Pandemie, so Bold weiter. Konkret bedeutet dies, nach Bolds Angaben, dass Lehrern und Schüler die Lizenz haben, das Programm in der Schule, aber auch zu Hause zu nutzen. Die Daten können also von überall her abgerufen und verarbeitet werden.

Zudem gebe es die App "Teams", die die Kommunikation unter Lehrern und Schülern verbessert, also beispielsweise Videokonferenzen erlaubt. Bold: "Als die Pandemie über uns hereinbrach, waren wir froh, dass wir diese Lösung schon in einigen Schulen installiert hatten, denn damit war der Grundstein fürs Homeschooling gelegt."

Jugend ist gefragt

Aber auch außerhalb der Schule sei digitale Bildung im Landkreis schon breit angelegt, so Bold weiter, sei es in medizinischer Hinsicht im Zentrum für Telemedizin oder im Mehrgenerationenhaus, wo es um das digitale Bildungsangebot für Senioren geht. Interessant ist auch das Projekt, das der Landkreis startete, um die Jugendlichen in den Kommunen anzusprechen. Übers Smartphone oder Tablet können sie ihre Meinung äußern und vorschlagen, welche Dinge in ihrer jeweiligen Kommune angepackt werden sollen, erklärte Bold.

In Maßbach und Oberthulba habe sich da auch tatsächlich schon etwas bewegt, sagte Bold. Die Jugendlichen in Maßbach erklärten bei einer Spielplatz-Begehung, wie dieser zeitgemäß gestaltet werden sollte. Und in Oberthulba kam heraus, dass sich junge Leute einen Jugendrat beziehungsweise einen Jugend-Stammtisch wünschen.

"Digitale Bildung funktioniert aber nur wirklich gut, wenn wir alle an einem Strang ziehen", sagte Landrat Thomas Bold. Deshalb verlieh er das Qualitätssiegel "Digitale Bildungsregion" bei der Zusammenkunft in der Musikakademie in Form einer Urkunde an die 26 Bürgermeister im Landkreis.Isolde Krapf