Aktuelle Meldung (15. März, 16.30 Uhr) vom Gesundheitsamt Bad Kissingen zur Aussetzung des Impfstoffes von AstraZeneca:

"Aufgrund einer aktuellen Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts setzt die Bundesregierung die Corona-Impfungen mit AstraZeneca vorsorglich aus. Nach neuen Meldungen von Hirnvenen-Thrombosen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung in Deutschland und Europa, hält das PEI weitere Untersuchungen für notwendig. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA wird entscheiden, ob und wie sich die neuen Erkenntnisse auf die Zulassung des Impfstoffes auswirken.

Die Impfungen mit AstraZeneca sind bis auf Weiteres sofort auszusetzen und keine neuen Termine für Erst- und Zweitimpfung mit AstraZeneca zu vereinbaren.

Für den Landkreis Bad Kissingen heißt das: Sämtliche für Dienstag, 16. März geplanten Impftermine im Impfzentrum (Tattersall, Bad Kissingen) entfallen. Alle weiteren in dieser Woche geplanten Impftermine bleiben bestehen, weil dabei ein anderer Impfstoff verwendet wird.

Alle Bürgerinnen und Bürger, die für morgen einen Impftermin vereinbart hatten, werden im Laufe der nächste Woche von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Landratsamts wegen eines neuen Termins kontaktiert."

Der Anstieg der Corona-Fallzahlen im Landkreis Bad Kissingen war in den vergangenen zwei Wochen eher diffus wahrnehmbar. Doch jetzt entwickelt sich das Infektionsgeschehen recht dynamisch weiter. Am Wochenende hatte das Landratsamt insgesamt gleich 42 neue Corona-Fälle gemeldet - und das, obwohl sich normalerweise an den Wochenenden weniger Menschen testen lassen. Die Anspannung in Bezug auf die Entwicklung in den nächsten Tagen bleibt: Wird sich der aktuelle Aufwärtstrend bei den Fallzahlen wieder umkehren?

Wie es in den nächsten Wochen weitergeht, darum ging es auch bei der Online-Zusammenkunft der Bürgermeister am vergangenen Freitag. Landrat Thomas Bold ging dort auch auf die geplanten Impfungen in Hausarztpraxen ein und auf mögliche Schnelltests in Schulen und Betrieben. Dass Arztpraxen nun bald in die Impfkampagne des Freistaats einbezogen werden sollen, sah Bold grundsätzlich positiv.

Noch weit entfernt von Auslastung des Kreis-Impfzentrums

Allerdings sei man momentan "noch weit entfernt" von der Auslastung des Kreis-Impfzentrums. Er widersprach kursierenden Gerüchten, dass der Tattersall nicht offen sei und dort nicht geimpft werde. "Das ist falsch. Wir verimpfen alle Seren, die kommen. Es wird nichts weggeworfen, es bleibt nichts liegen."

Momentan könne man die Kapazitätsgrenze des Impfzentrums nicht ausreizen, weil nicht genug Impfdosen einträfen. An wie vielen Tagen geimpft wird, könne man jedes Mal erst bestimmen, wenn die Mengen angekündigt sind, so Bold weiter.

In der vergangenen Woche habe der Landkreis in Sachen Schnelltest Kontakt zu den Apotheken geknüpft, sagte Bold am Freitag. Seiner Ansicht nach müsse man nun auch unmittelbar eine Lösung finden, um ein Testzentrum für den Landkreis anzubieten - möglicherweise schon in der Woche ab 15. März.

Größere Betriebe müssen selbst testen

Wie künftig Schnelltests in Schulen und größeren Betrieben gehandhabt werden könnten, müsse man sehen. Betriebe müssten solche Testungen selbst organisieren, so Bold weiter. Er nannte als Beispiel eine Firma mit 500 Beschäftigten. Alle gleichzeitig, möglichst früh ab sechs Uhr, zu testen, könne die öffentliche Hand nicht leisten.

Aktuell wichtig ist, laut Bold, zunächst weiterhin das Impfen vulnerabler Gruppen. Hier spielten aktuell die dezentralen Impfungen im Landkreis eine große Rolle, machte der Kreischef klar. Vergangene Woche begann der Landkreis in Maßbach mit dem Impfen von Bürgern, die wenig oder gar nicht mehr mobil sind. Der Testlauf sei aufwendig gewesen, aber sehr gut angenommen worden.

Sachgebietsleiter Ralph Heinrich aus dem Landratsamt stellte in der Konferenz am Freitag vor, wie's weitergeht. In der anstehenden Woche soll es am Donnerstag, 18. März, zunächst in der Tagespflege Saaleufer in Bad Bocklet weitergehen, wo 36 Personen eingeladen wurden. Dort wird noch der Biontech-Impfstoff verabreicht. Isolde Krapf