Nicht nur die Fachjury wird es schwer haben. Auch das Publikum steht vor der Qual der Wahl. Immerhin wurden 15 Künstler aus der Region Main-Rhön für den Kunstpreis des Landkreises Haßberge nominiert. Sie wetteifern zugleich um einen Publikumspreis. Ihre 27 Fotoarbeiten, Gemälde, Skulpturen, Klang-Installationen, Plastiken und Figuren, die bis 20. März im Schloss Oberschwappach gezeigt werden, sind farbig, fröhlich, kritisch, nachdenklich
machend, aufrüttelnd, ästhetisch, überraschend, verspielt und bisweilen auch humorvoll.
Im Rahmen des Projekts "Kunststück" hat der Landkreis Haßberge erstmals einen Kunstpreis unter dem Motto "Zwischen-Raum - Main-Rhön im Blick" ausgelobt.


Ungewöhnlicher Preisstifter

"Es ist schon etwas ungewöhnlich, dass ein Landkreis einen Kunstpreis ausschreibt. Doch wir wollen damit zeigen, dass wir uns für unsere heimischen Künstler verantwortlich fühlen und stolz auf sie sind", sagte Landrat Wilhelm Schneider.
Weil Kunst und Kultur der Kitt seien, der verbinde, habe man Künstler aus der gesamten Region Main-Rhön angesprochen. Die Fachjury habe eine glückliche Auswahl getroffen, da nun die Landkreise Haßberge, Bad Kissingen, Rhön-Grabfeld und Schweinfurt sowie die Stadt Schweinfurt repräsentiert würden. Er wünsche sich, so Schneider, dafür den Startschuss gegeben zu haben, dass die anderen Landkreise im gegenseitigen Wechsel diese Idee aufgreifen.
Damit auch die Bevölkerung ein "Mitspracherecht" hat, gibt es zu dem mit 2000 Euro dotierten Wettbewerb noch einen Publikumspreis in Höhe von 500 Euro, der von der Firma Benkert Bänke aus Altershausen gestiftet wurde.


Kunststück gestärkt

"Mit dem Kunstpreis wird das seit 2002 etablierte Projekt ,Kunststück‘ gestärkt und der Blick auf die Kunst über den Landkreis hinaus in die Region Main-Rhön erweitert", stellte Projektleiterin Sibylle Kneuer fest. Dies werde hoffentlich den künstlerischen Austausch in der Region fördern und auch im Landkreis Haßberge eine neue Entwicklung anstoßen. End- und Höhepunkt des im September 2015 gestarteten jüngsten "Kunststücks" sei nun der erste Kunstpreis des Landkreises mit der Ausstellung im Schloss Oberschwappach.
"Dieser Kunstpreis ist ein seit langem gehegter Wunsch der Künstler im Kreis. Denn die Kunst braucht Unterstützung und die Verkaufssituation ist gerade in ländlichen Regionen schlecht", erläuterte Projektleiterin Kneuer weiter.
Mit dem Thema "Zwischen-Raum - Main-Rhön im Blick" wolle man darauf hinweisen, dass in den Landstrichen zwischen den Metropolen professionelle Kunst ihre Heimat habe. Auch in den eher ländlich strukturierten Regionen sei professionelle Kulturarbeit ein wichtiger Entwicklungsfaktor. Der Kunstpreis könnte dazu beitragen, die Region in künstlerischer Hinsicht enger zu verzahnen und einen Austausch zu ermöglichen, der dann mit jedem weiteren Durchgang des Preises fortgesetzt werde.
Als Gastgeber berichtete Knetzgaus Bürgermeister Stefan Paulus, dass seine Gemeinde seit vielen Jahren mit der Galerie im Saal Eschenau und dem Kulturverein Schloss Oberschwappach regelmäßig Ausstellungen mit Künstlern aus dem Landkreis und benachbarten Regionen veranstalte. Auch der Skulpturenpark sei eine Würdigung der heimischen Kunstszene.
Darüber hinaus erfreuten Musiker der Bamberger Symphoniker mit ihren Kammerkonzerten ihr Publikum bei regelmäßig ausverkauften Konzerten. So sei Schloss Oberschwappach, das sich seit mehr als 30 Jahren im Besitz der Gemeinde befinde, das kulturelle Zentrum im Landkreis.



Info

Auswahl Künstler, die in der Region Main-Rhön leben, arbeiten oder dort geboren sind, konnten sich bewerben. Eine Jury hatte nach einer Ausschreibung eine Vorauswahl getroffen. Sieben der 15 Künstler stammen aus dem Kreis Haßberge. Am 13. März um 11 Uhr erfolgt die öffentliche Preisverleihung. Neben dem Kunstpreis wird auch der Publikumspreis in Höhe von 500 Euro verliehen. Dazu kann jeder Besucher sein Votum abgeben.

Teilnehmer Aus dem Landkreis Bad Kissingen sind dabei: Wolfgang Kuhfuß (Nüdlingen), Helmut Droll (Euerdorf), Heidi Lauter (Bad Kissingen).

Ausstellung Zu sehen sind die Arbeiten der Bewerber im Schloss Oberschwappach, samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr, sowie nach Vereinbarung unter Tel.: 09527/ 810 501. An den kommenden Sonntagen findet jeweils um 14 Uhr eine einstündige Führung statt.