Besondere Gäste werden in der Wohnung von Michael Schlager auf spezielle Weise begrüßt. Ihnen fährt ein kniehoher Roboter entgegen, dessen Computerstimme freundlich piepst: Willkommen in einem besonderen Universum! In einer besonderen Sammlung, um genau zu sein. Schlager ist begeisterter Star-Wars-Fan. Er hat eine beachtliche Zahl von Exponaten rund um die Weltraum-Abenteuer zusammen getragen. Sie lassen auch jene staunen, die mit den Produktionen aus Hollywood bisher nicht so viel am Hut hatten. Mit einem Schnellkurs führt Schlager zwischen seinen Regalen anschaulich in die Dramaturgie der Sternenkrieger ein. Eingefleischten Fans muss er dabei nicht groß erklären, dass es sich bei dem Begrüßungsroboter um den Droiden R2-D2 handelt.

Doch er ist nur ein Vorgeschmack auf alles, was es darüber hinaus zu sehen gibt: Vom humanoiden Roboter C-3PO in strahlendem Gold bis zum Sturmtruppler FN-2187 und dem fellbehaarten Co-Piloten Chewbacca, hat Schlager viele Figuren, Modell und Dioramen parat.

"Hauptsache, nichts von der Stange", beschreibt der 50-Jährige sein oberstes Kriterium zur Erweiterung seines Fundus. Sammelobjekte rund um die neun Kult-Episoden aus Hollywood gibt es reichlich. "Star Wars ist weltweit Spitzenreiter bei der Vermarktung von Fan-Artikeln", weiß Schlager: Von der simplen Hartplastik-Figur über Bettwäsche bis zur Kaffeetasse ist die Auswahl grenzenlos. Von solcher Massenware will er nichts wissen. "Schön ist es, wenn die Sachen was können", sagt er. Um das zu erreichen, entwirft, schraubt und lötet der Fan. Seine Bastelei lässt Roboter-Augen glühen, Schwerter leuchten und die Positionslichter von Raumschiffen blinken. Doch damit nicht genug der Abwechslung. Auch manche Fertigware überrascht: Ausgewählte Figuren machen Atemgeräusche, andere zappeln im Takt zu Star-Wars-Melodien.

In den Vitrinen gibt es jede Menge anzufassen. Zum Beispiel Helme in Originalgröße des Protagonisten Darth Vader. Oder Lichtschwerter, in schwerer Metallqualität und mit stabilen Neonröhren. Manches kauft Schlager fertig, verfeinert es aber durch Farbe und Lack. Mit dem üblichen Hartplastik-Look kann der engagierte Bastler nichts anfangen. Erst die Sonderbehandlung durch den Besitzer verleiht den guten Stücken eine lebensechte Patina.

Anderes ist aus Fertigbausätzen entstanden. So etwa das zwölfeinhalb Kilogramm schwere Modell des "rasenden Falken", jenes Raumschiffes, mit dem die Helden durch das Universum kreuzen. Mehrere Monate hat Schlager auch an dem Begrüßungs-Roboter getüftelt. Die Einzelteile dazu kamen aus England.

Wichtige Quellen gibt es auch in den Vereinigten Staaten, Japan und China. "Ohne das Internet und die Versteigerungs-Plattformen wäre die Sammlung gar nicht möglich", beschreibt der Hammelburger seine Beschaffungsquellen. Denn über das weltweite Netz kann er daheim in aller Ruhe sichten und auswählen. Das ist wichtig, weil es in der Region keine Fanszene mit Treffen gibt. Besonders hoch stehen Artikel im Kurs, die in einer begrenzten Stückzahl aufgelegt werden. Sie lassen sogar eine gewisse Wertsteigerung erwarten. Schlager kauft nur, wenn der Preis stimmt. Es ist schon ein Unterschied, ob das massive Lichtschwert in den USA für 200 oder 1000 Euro angeboten wird. Wenn die Gelegenheit günstig scheint, stößt der Experte auch mal etwas ab. Besonders glücklich ist Schlager über zwei lebensgroße Figuren. Darth Vader und Kylo Ren zieren die ehemalige Brennerei im Nebenhaus des Anwesens an der Oberen Stadtmauer. Die Brennerei hat der Sammler zu einem Heimkino samt Surroundklang umgebaut. Dafür hat er neuerdings zwei Kinosessel. Akustisch zischen dem Gast hier die Raumschiffe um die Ohren.

Und wenn Schlager dazu im Halbdunkel die Kapuze seines ziemlich originalgetreuen Obi-Wan-Kenobi-Kostüms tief ins Gesicht zieht, kann es einem bei dem Anblick fast angst und bange werden. Gut zu wissen, dass die Mönch-Figur in den Episoden auf der Gratwanderung zwischen der Hell- und Dunkelwelt eher dem Licht zugeneigt ist. Die Bekleidungsstücke samt Gürtel und Ledersandalen hat der Sammler von verschiedenen Quellen zusammen getragen. Für Furore hat er damit schon im Fasching gesorgt. Aktuell baut Schlager mit seinem Sohn eine Raumstation aus rund 10 000 Klemmsteinen. Es zeichnet sich ab, dass es bis zur Fertigstellung noch einige Monate dauern könnte. Schließlich tröstet die Bastelei über eine gewisse Durststrecke hinweg. Denn der nächste Kinofilm lässt noch auf sich warten. Seit der letzten Episode "Der Aufstieg Skywalkers" 2019 gab es keine neue Verfilmung mehr. Erst Ende 2022 soll es wieder eine Premiere geben, denkt der Hammelburger Fan. Wichtig ist es dem Fachmann für den Vertrieb von Haustechnik, bei aller Leidenschaft für Weltraum-Abenteuer familiär und beruflich auf dem Teppich zu bleiben. Apropos: Passend dazu hat Schlager in den Vereinigten Staaten gerade was im Auge. Einen Teppich mit Star-Wars-Szenen. Absolut selten, schwärmt der Experte. Wenn dann auch noch der Preis stimmt, wird es demnächst wohl wieder Paket-Post an der Oberen Stadtmauer geben.