Im halbjährlichen Ranking (Stand Juni 2021) der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) bekam der Kissinger Stern wieder prima Noten und steht weiterhin mit anderen ganz oben. Dennoch rutschte der Unterfranken-Shuttle nun auf den 5. Platz. Im Gesamtjahr 2020 war dieser Schienenverkehr von der BEG nämlich noch auf Platz drei angesiedelt worden. 2017 hatte der Kissinger Stern die bayerischen Schienenunternehmen sogar an der Spitze angeführt.

Bewertung zweimal jährlich

Die Bewertungsskala ist allerdings relativ zu sehen, denn der 5. Platz bedeutet in diesem Fall nicht, dass vier weitere Schienenverkehre den Kissinger Stern bei Weitem übertrumpft haben, sondern lediglich, dass sie die bei der Bewertung angesetzten BEG-Kriterien offenbar etwas besser erfüllen konnten.

So erreicht der Kissinger Stern auf einer Skala von minus 100 bis plus 100 Punkten im bayernweiten Durchschnitt diesmal 91,94 Punkte. Das sind lediglich 0,49 Punkte weniger als im Gesamtjahr 2020. Als Kissinger Stern wird seit 2004 die Verteilung der Züge in Ebenhausen auf die Strecken zwischen Schweinfurt und Meiningen sowie zwischen Schweinfurt und Bad Kissingen, Hammelburg und Gemünden bezeichnet (Saaletalbahn). Seit mehreren Jahren zählt dieser Schienenverkehr der Erfurter Bahn zu den besten Netzen im bayerischen Schienenverkehr.

Seit 2008 bewertet die BEG (München), die im Auftrag des Freistaats den Regional- und S-Bahn-Verkehr plant, zweimal jährlich die Leistungen von 31 Eisenbahnverkehrsunternehmen im Freistaat in punkto Sauberkeit, Komfort und Kundenorientierung. Die Pünktlichkeitswerte fließen nicht in die Ergebnisse des Rankings zur Servicequalität ein, heißt es in einer Pressemitteilung der BEG. Sie werden in einem gesonderten Messsystem ermittelt.

Die Gründe für etwaige Verspätungen und Zugausfälle seien bekanntlich vielfältig, so die BEG. Sie lägen unter anderem an Mängeln der Schieneninfrastruktur und fielen damit nicht - wie die Servicequalität - allein in die Verantwortung der Verkehrsunternehmen, die den Zugverkehr auf den Strecken betreiben.

Wer über die Null hinauskommt, erhält Bonuszahlungen. Unternehmen mit Werten darunter zahlen Strafe. Letzteres traf im Jahr 2020 immerhin noch auf drei Unternehmen zu, darunter auch die Verbindung der Regio Würzburg-Thüringen (minus 8,35 Punkte). Nach Angaben der BEG lagen im ersten Halbjahr 2021 nun alle 31 Verbindungen erstmals im Bonusbereich.

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2021 erzielten 18 von 31 Netzen mehr als 50 von 100 möglichen Punkten, heißt es in der Pressemitteilung der BEG.

Den ersten Platz auf dem Podium teilen sich die beiden Bestplatzierten aus dem Vorjahr: Die Netze Kahlgrund (2020: 97,38 Punkte) und Agilis-Nord (2020: 96,71 Punkte) erreichten im Halbjahr 2021 sogar jeweils die Höchstpunktzahl von 100 Punkten (ein Novum im Ranking). Am unteren Ende der Skala tauchen die Regio Allgäu Schwaben (5,60 Punkte) und die Regio Würzburg-Thüringen 7,52 Punkte) auf. "Saubere Züge und eine starke Kundenorientierung entscheiden mit darüber, wie zufrieden die Fahrgäste mit dem Angebot im Bahnland Bayern sind", wird die bayerische Verkehrsministerin Kerstin Schreyer in der Pressemitteilung zitiert. Dies gelte umso mehr zu Zeiten der Corona-Pandemie.

Nach Aussage der Verkehrsministerin hält der Aufwärtstrend bei der Servicequalität in bayerischen Regionalzügen seit Jahren an. "Das ist eine gute Nachricht für die Fahrgäste. Wenn alle Beteiligten kontinuierlich an Qualitätsverbesserungen arbeiten, wird das Bahnfahren umso attraktiver."

"Erstmals erfüllen alle Netzbetreiber die hohen Anforderungen der BEG zur Servicequalität im bayerischen Regionalverkehr", heißt es von Seiten der BEG-Geschäftsführerin Bärbel Fuchs. "Unsere Mess- und Anreizsysteme entfalten eindeutig Wirkung. Die Daten zeigen, dass die Verkehrsunternehmen täglich ihre Servicequalität im Blick haben und viele kleine Verbesserungen in der Summe zu einem guten Gesamtergebnis führen."

von Isolde Krapf