Dass die Bezeichnung Neuer Reitersteg als Zweitname für den Altenburger Steg ein wenig irreführend war, merkte man spätestens, als ihn die Stadt vor knapp drei Jahren abreißen ließ. Das Rathaus fand den Abriss damals nötig, weil der Neue Reitersteg wegen Nässeschäden technisch eher alt aussah.

Seither drängen nicht nur die Mitglieder des Reitervereins auf Ersatz für diese sichere Verbindung von ihrer östlich der Saale gelegenen Anlage zu den Reitgründen und den Wegen westlich des Flusses. Jetzt sieht es so aus, als könnten Reiter und Spaziergänger mit etwas Glück bis zum Beginn der Saison 2019 einen Ersatz für den Steg bekommen.

Die bereits im Frühjahr angesteuerte Zusammenarbeit des Reitervereins mit der Stadt und einem Privatmann, der den nahegelegenen Altenburger Hof erworben hat, kommt offenbar zum Tragen. Marcus Lipsius, Zweiter Vorsitzender und Schriftführer des Reitervereins, bestätigte am Dienstag auf Anfrage positive Gespräche. Was die technische Umsetzung angeht, sei man zwar noch eher am Anfang, erklärte Lipsius. Bereitschaft, das Projekt zusammen umzusetzen, sei aber da.

Im Reiterverein sei zwar durchaus diskutiert worden, ob man als gemeinnütziger Verein so ein großes Vorhaben überhaupt "schultern" könne, zumal damit auch in Zukunft Verpflichtungen und Belastungen verbunden sein werden. Grundsätzlich sei so ein Steg aber für die Arbeit und den Erhalt des Vereins notwendig. Damit könne der Reiterverein attraktive Ausreitmöglichkeiten bieten. Das wiederum helfe, die Zukunft des Vereins zu sichern. Es locke Freizeitreiter an, die dann auch interessiert seien, ihre Pferde beim Reiterverein einzustellen. Diese Auffassung setzte sich schließlich durch.

An der alten Stelle

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Entstehen soll der neue Neue Reitersteg exakt an der Stelle des alten Neuen Reiterstegs. Die Widerlager aus Beton blieben beim Abriss im Dezember 2015 erhalten. Sie sollen "aus Kostengründen", wie Lipsius sagt, auch für den Ersatzbau Verwendung finden. Festlegen möchte der Zweite Vorsitzende des Vereins sich noch nicht, bis wann die neue Möglichkeit zur Saalequerung fertig sein könnte. "Ideal" fände er es aber schon, wenn der Steg zu Beginn der neuen Saison nutzbar wäre.

Die Gesamtkosten des Projekts muss der Reiterverein zu einem guten Teil tragen, aber eben auch nicht alleine. Thomas Hack bestätigte für die Stadt Bad Kissingen am Dienstag auf Anfrage nicht nur "Gespräche, mit dem Ziel, dass der Reitersteg erneuert wird und der Öffentlichkeit wieder zur Verfügung steht". Wobei die Stadt jedoch nicht Bauherr sein werde.

Hack wiederholte auch den bereits zu Jahresbeginn genannten Betrag von 70 000 Euro, der als Investitionskostenzuschuss im aktuellen Haushalt der Stadt bereitgestellt werde. In welcher Größenordnung sich der Privatmann beteiligt, ist indes nicht bekannt.

Der neue Reiterverein hat inzwischen auch seine Vorstandssituation geregelt. Nach dem Rückzug von Florian Scheurer als Vorsitzender und Dieter Dietrich als Zweiter Vorsitzender übernahmen Timo Sitte als Erster und Marcus Lipsius als Zweiter Vorsitzender diese Aufgaben. Nach Lipsius' Angaben hat der Verein zudem inzwischen auch einen neuen Pächter. Hubert Kaltwasser, laut Lipsius "ein erfahrener Reiter", betreibe seit Anfang Oktober die Anlage. Unterricht und Einstellmöglichkeiten seien damit in guten Händen. Siegfried Farkas