Eigentlich ist es schon seit vielen Jahren üblich, das Programm des Kissinger Sommers bereits im vorausgehenden Herbst in der Mitgliederversammlung des Fördervereins im Kurgartencafé vorzustellen. Für die Mitglieder war die Veranstaltung immer ein Fixpunkt in ihrem Kalender. Umso größer war die Enttäuschung, dass diese Vorstellung wegen der großen Probleme, die für die Planung wegen Corona entstanden, ausfallen musste.

Aber Alexander Steinbeis, der neue Intendant, ließ sich eine Lösung einfallen: Digitale Präsentation hieß das Zauberwort. Am Dienstag reiste eine Berliner Firma an, die den Max-Littmann-Saal zum digitalen Aufnahmestudio umwandelte. Viele Meter Kabel, mehrere im Saal verteilte Kameras und Scheinwerfer, zwei große Monitore rechts und links der Bühne, auf der zwei Bistrotische und ein Flügel geradezu verloren wirkten, verbreiteten eine gespenstische Stimmung.

Aber das erfüllte alles seinen Zweck. Und Alexander Steinbeis konnte sich coronagerecht mit seinen beiden Gästen, der Kuratoriumsvorsitzenden Dorothee Bär und Oberbürgermeister Dirk Vogel unterhalten. Für manchen war der Anblick gewöhnungsbedürftig. Aber andererseits hatte der Kissinger Sommer damit die Gelegenheit zu signalisieren, dass er auch in Bezug auf die Kommunikation in der Gegenwart angekommen ist.

Der Film beginnt mit einem kurzen herbstlichen Spaziergang des Intendanten durch das Zentrum des Festivals. Das wird auch später den Streifen einleiten. Zu sehen war er im Max-Littmann-Saal natürlich nicht. Dafür gab es Musik: Der junge Georgier Giorgi Gigashvili, Gewinner des KlavierOlymps 2021 spielte, wie auch am Ende der Aufzeichnung, ein Intermezzo von Brahms. Man wird ihn im Sommer als Solist mit dem WDR-Sinfonieorchesters und Beethovens 5. Klavierkonzert erleben können.

Dann lieferte Alexander Steinbeis einen konzentrierten Überblick über das Programm. Und er sprach kurz mit seinen Gästen. Kuratoriumsvorsitzende Dorothee Bär lobte nicht nur das Programm und die Säle, sondern sie betonte auch, wie wohl sich beim Festival alle Künstler fühlten, mit denen sie bisher gesprochen habe. Und sie werde dafür sorgen, dass alle Bundestagsabgeordneten in Berlin das neue Programm bekommen. Das Paket ist schon abgeschickt.

Wiener Symphoniker am Sisi-Denkmal

"Der Sommer ist in Bad Kissingen immer etwas Besonderes", meinte Oberbürgermeister Dirk Vogel, der den Kissinger Sommer mit Optimismus erwartet. Die Stadt hatte im letzten Jahr trotz Lockdown über eine Million Übernachtungen, auch die Bevölkerung nehme zu. Das Festival passe sehr gut in das Konzept, klassische Produkte zu erneuern und neue Produkte zu generieren, um die Stadt attraktiv zu halten. Besonders freut er sich auf das "Prelude-Konzert" am 9. Juli. Dann spielt eine Gruppe der Wiener Symphoniker am Sisi-Denkmal am Altenberg.

Die gesamte Präsentation lässt sich natürlich bequem vom Sessel aus auf der Homepage des Kissinger Sommers anschauen. Sie wird allerdings erst am kommenden Montag freigeschaltet, denn sie muss noch geschnitten werden. Nicht zuletzt deshalb, weil Alexander Steinbeis seine werbenden Texte nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Englisch eingesprochen hat.

Rabatt-Aktionen und Bus-Shuttle inklusive

Nach der Aufzeichnung verteilten Rosenkönigin Carolin Rottenberger , Intendant Alexander Steinbeis und Schirmherrin Dorothee Bär die Programmhefte für den Kissinger Sommer 2022 in der Stadt.

Eigentlich war in der Aufzeichnung schon fast alles gesagt. Dennoch gab es in dem abschließenden kurzen Pressegespräch noch ein paar Neuigkeiten. So können künftig, mit einem entsprechenden Rabatt, auch Wochenend- oder ganze Wochenpakete gebucht werden. Schüler- und Studentenkarten gibt es auch weiterhin, mit 50 Prozent Ermäßigung im Vorverkauf und zu fünf Euro an der Konzertkasse, wenn noch welche übrig sind. Angeboten wird auch an allen Freitagen, Samstagen und Sonntagen zu den Abendkonzerten ein Bus-Shuttle-Service nah Würzburg und Fulda.