Das Wort Urlaub hat Magie. Fragt man Menschen nach ihren Reisen, beginnen die Augen zu leuchten. Je exotischer das Ziel, desto mehr gibt´s dann zu erzählen. Doch im Corona-Sommer sieht alles anders aus - oder? Wir hörten uns unter lokalen Promis um.

Münnerstadts Bürgermeister Michael Kastl freut sich jetzt erst mal auf drei Tage Familienurlaub in Hamburg. In der letzten Ferienwoche ist vielleicht noch eine Woche Böhmerwald drin (im tschechischen Teil), wo er auf den Spuren seiner Ahnen wanden will. Der Bad Brückenauer Stadtchef Jochen Vogel hat sich schon 2019 den Urlaub für die Seinen in einem Ferienhaus auf der Ostfriesen-Insel Langeoog gesichert.

Buchen oder drauf los fahren

Matthias Klement, Bürgermeister der Marktgemeinde Maßbach, zieht es mit seiner Frau nach Rügen, nachdem die südlichen Regionen in Spanien und Italien heuer keine Option für beide sind. Die Bundestagsabgeordnete Sabine Dittmar (Maßbach) hatte im Salzburger Land Urlaub gebucht. Doch dann stornierte sie wegen des Hotspots am Wolfgangsee. Jetzt bleibt sie lieber "mit einem guten Krimi im Garten" und macht kleine Ausflüge.

Während die einen schon ganz genau wissen, wohin die Reise geht, packen andere die vielzitierte "schönste Zeit des Jahres" eher locker an. "Wir fahren vielleicht mal an den Chiemsee, da waren wir schon öfter", sagt Hammelburgs Stadtchef Armin Warmuth. "Wenn ich ehrlich bin, weiß ich noch gar nicht, wohin wir fahren werden", schmunzelt Landrat Thomas Bold (Wartmannsroth) über die eigene Ziellosigkeit. "Eins ist aber klar, wir haben ein Wohnmobil gemietet. Damit geht‘s dann irgendwohin in Deutschland, wo das Wetter schön ist und die Infektionszahlen niedrig sind."