Auch im Landkreis Bad Kissingen kommen inzwischen weniger neue Flüchtlinge an. 1200 waren zu Spitzenzeiten in den sechs Gemeinschaftsunterkünften und den 33 dezentralen Wohnobjekten des Kreises untergebracht. Aktuell sind es noch 900 Menschen aus Krisengebieten, die dort wohnen, sagt Stefan Seufert, der im Landkreis für Asylangelegenheiten zuständig ist.
Mit der Einrichtung eines Bildungsbüros will der Landkreis nun laut Seufert der Integration der
Neuankömmlinge entgegenarbeiten. Die beiden Notunterkünfte sind inzwischen leer. Das Hammelburger Gebäude, das die Baywa kostenfrei zur Verfügung gestellt hatte, soll für alle Fälle noch bis Ende dieses Jahres zur Verfügung bleiben. Das Kissinger Haus in der Röntgenstraße ist nach Seuferts Angaben bereits leer geräumt, der Mietvertrag lief Ende Juli aus.


Arbeit verlagert sich

In den sechs Gemeinschaftsunterkünften in Volkers, Hammelburg, Bad Bocklet, Bad Kissingen, Oerlenbach und Münnerstadt stehen insgesamt 380 Plätze für Flüchtlinge zur Verfügung. Diese seien jedoch aktuell nicht alle belegt, so Seufert weiter.
In den insgesamt 33 dezentralen Unterkünften des Kreises wohnen derzeit 590 Personen. Dort findet man nach Angaben des Asylkoordinators eine "Mischbelegung": Es wohnen dort nicht nur Asylbewerber, sondern auch Flüchtlinge, die bereits anerkannt sind. Zudem gebe es weitere 30 Flüchtlinge, die aus dem Landkreis Rhön-Grabfeld hierher zogen.


Bildungsbüro ermittelt Bedarf

Obwohl der starke Zustrom von Flüchtlingen zurückging, habe er deswegen nicht weniger Arbeit, sagt Seufert. Er müsse jetzt zwar keine neuen Unterkünfte mehr suchen. Jetzt gehe es vielmehr darum, alle vor Ort lebenden Flüchtlinge in Sprachkurse zu bringen.
Kinder würden in den Kindergärten und Schulen schnell sprachlich Kontakt knüpfen. Anders all diejenigen, die auf der Suche nach einer Lehrstelle sind. Zwar gibt's auch hier etliche Angebote an die jungen Migranten, sei es in den Berufsschulen, bei Bildungsträgern oder auf privater Basis. Ein Bildungsbüro im Landratsamt soll jetzt aber konkret erheben, wo der Bedarf liegt und wer künftig Integrations- und Sprachkurse anbietet.
Übersehen darf man dabei nicht, so Seufert weiter, dass zahlreiche Flüchtlinge draußen in den Kommunen, also auf dem flachen Land, angesiedelt wurden. Sie könnten Kurse in den Städten nicht so leicht erreichen wie die Migranten in und um die Städte Hammelburg, Bad Brückenau, Münnerstadt und Bad Kissingen.
Martina Greubel hat am 1. August im Bildungsbüro des Kreises ihre Stelle angetreten. Sie bringt reichlich Erfahrung mit, da sie zuvor bei einem Bildungsträger in der Flüchtlingsarbeit tätig war. Als erstes soll laut Seufert nun ein Bildungsmonitoring stattfinden, bevor es an die Umsetzung von Strukturen geht.