Sie schlug später einen Vertrag vor, der den Angeklagten schriftlich zur Behandlung alle vier Wochen in der psychiatrischen Ambulanz des Bezirkskrankenhauses in Werneck verpflichtet. Außerdem zu regelmäßigen Bluttests, um Klarheit über eine angemessene Medikation zu bekommen. Weiterhin sollen spontane Kontrollen im Haus des Patienten möglich sein.

Der Staatsanwalt zeigte sich in seinem Plädoyer dafür aufgeschlossen. Eigentlich reichten die Vorfälle für die Anordnung einer Unterbringung in der Psychiatrie aus. Aber auch wegen der familiären Einbindung des Patienten in der Wohnung seiner Eltern sei es vertretbar, die Anordnung auf Bewährung auszusetzen.

Auch die Anwältin des Angeklagten signalisierte in ihrem Plädoyer Zustimmung, jedoch mit anderen Zwischentönen. Seit 2019 habe es keine Vorfälle mehr gegeben. Dies spreche dafür, dass der Patient gut eingestellt sei, fand die Anwältin. Mit Blick auf die Bewährung könne sie aber der Anordnung zur Unterbringung zustimmen.

Die getroffene Vereinbarung verband die Richterin in ihrem Urteil mit einem wohlmeinenden Appell an den Angeklagten, mit den Therapeuten zusammen zu arbeiten, um die Bewährung nicht zu verspielen. Sie ist auf fünf Jahre angelegt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Wolfgang Dünnebier