Angeklagter teilnahmslos

Der 39-Jährige habe recht teilnahmslos geantwortet: "Ja, dann machen sie doch". Auch die anderen Zeuginnen berichteten von ihren Ängsten, zumal in dem Wohngebiet ja auch Kinder wohnen. Nach den Schüssen in die Luft habe der Täter lässig in den Lauf gepustet, bevor er sich in seine Wohnung zurück zog.

Teilnahmslos und wortkarg wirkte der Pistolenschütze auch vor Gericht. Zu den Vorhaltungen dort sprachen seine Anwältin und die als Betreuerin eingesetzte Schwester. Eine Bestrafung stand nicht zur Debatte. Vielmehr ging es um die Frage, ob der Mann zwangsweise in der Psychiatrie untergebracht werden soll.

Denn dort war er nach der Tat schon einmal. Das war erforderlich geworden, weil er Tage nach dem Zwischenfall im Wohngebiet auch noch einen örtlichen Arzt bedroht hatte, der seiner Verfassung auf den Grund gehen wollte. Zunächst per Anordnung und dann freiwillig hatte er sich daraufhin mehrere Wochen im Bezirkskrankenhaus Werneck aufgehalten, um Klarheit über seinen geistigen Zustand zu erlangen.

Vor Gericht bescheinigte ein Arzt als Sachverständiger dem Angeklagten eine paranoide Schizophrenie. Der Patient habe von Stimmen berichtet, die er höre und von einer Familie, die ihn verfolge.