Zur Verunsicherung trug bei, dass der stämmige Mann zunächst unverständlich vor sich hin schimpfte. Erst mit einem gezielten Griff eines der Beamten konnte er nach dem Einsatz von Pfefferspray zu Boden gebracht und nach einem kurzen Gerangel gefesselt werden. Dazu mussten sich zwei der Polizisten auf den Kontrahenten knien. Als dem Täter bei der Auseinandersetzung der Schlagbolzen der Pistole aus der Hose fiel, war klar, dass es sich um den Pistolenschützen handelte. Die Aufnahmen einer damals bei der Inspektion ganz neuen Bodycam gaben vor Gericht das Geschehen wieder.

Verstoß gegen das Waffengesetz

Erst als die Polizisten die beiden Patronenhülsen einsammelten und die dazugehörige Schreckschusspistole auf dem Küchentisch der elterlichen Wohnung gefunden hatten, konnten sie sich ganz sicher sein, dass keine Gefahr mehr im Verzug war. Weil der Angeklagte für die Waffe keinen Schein besitzt, musste er sich nun wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz und zugleich wegen Widerstandes gegen Polizeibeamte verantworten.

Insgesamt vier Anwohnerinnen, die von den Schüssen aufgeschreckt worden waren, und drei Polizisten schilderten im Zeugenstand, was sie mitgemacht hatten. "Erst dachte ich, das wäre ein Fehlzündung von einem Rasenmäher", berichtete eine Zeugin, der erst beim zweiten Schuss die Lage klar geworden war. Die Frau erinnerte sich: "Hey, was machen Sie da", habe sie den Mann vom Balkon aus angesprochen und angekündigt, die Polizei zu rufen.