Alle Alarmglocken schrillten am 17. Juni 2019 in der Polizeiinspektion Hammelburg. Damals meldete eine Augenzeugin einen Mann, der in einem dicht besiedelten Wohngebiet zwei laute Schüsse abgegeben hatte. Jetzt klärte die erste Strafkammer des Landgerichts Schweinfurt bei einer eintägigen Verhandlung, wie es mit dem Mann weitergeht. Das Hauptaugenmerk lag darauf, weitere Gefährdungen durch den gelernten Maler und Lackierer auszuschließen.

Denn die Szenerie vergangenen Sommer war krimireif: Mit zwei Streifenwagen rückten die örtlichen Polizisten an den Tatort aus. "Wir wussten ja nicht, was uns dort erwartet", schilderte ein Beamter jetzt im Zeugenstand die prekäre Situation. Bei einem kurzen Zwischenstopp auf der Anfahrt stimmten sie ihre Taktik ab.

Polizist mit Maschinenpistole im Anschlag

Ein Kollege sicherte die anderen drei bei ihrem Vorgehen an dem betreffenden Wohnblock mit einer Maschinenpistole. Ein anderer umrundete das Gebäude, um notfalls von dort einzugreifen. Diese Vorkehrungen waren angemessen.

Denn als sich die Beamten dem Komplex näherten, trat ein zunächst unbekannter Mann aus der Tür, der mit einem Messer drohte. Erst nach mehrfachen Aufforderungen und wohl unter dem Eindruck aller gezückten Dienstwaffen warf der Täter die Waffe zur Seite. Der Ansage, sich auf den Boden zu legen, um sich fesseln zu lassen, leistete der Entwaffnete jedoch keine Folge.