Der Golfclub Bad Kissingen hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten mit dem Kauf des Platzes und der Sanierung des Clubhauses kräftig investiert. Die finanzielle Last daraus spürt er heute noch.

Lange Zeit hatte der Golfclub Bad Kissingen das Privileg, seinen Sport auf einem Gelände ausüben zu dürfen, das ihm der Staat zur Verfügung stellte. Das ging zurück bis 1911, als Louis Botha, der damalige Präsident des heute zu Südafrika gehörenden Transvaal, den Platz eröffnete, sicherlich mit der professionellen Würde eines Staatsoberhaupts. Bis in die 1990-er Jahre konnte sich der Club auf diesen Vorzug fest verlassen.

Zinsniveau war früher höher

Dann aber stellte der Freistaat unter Ministerpräsident Stoiber ernsthaft die Frage, ob es wirklich staatliche Aufgabe sei, einem Badeort eine Heilbadelandschaft hinzustellen und einen Golfplatz vorzuhalten. In der Folge musste sich die Stadt selbst um einen Ersatz für die im Luitpoldbad bereits geplante Therme bemühen. Und der Club kaufte 1999 den Golfplatz. Rund zehn Jahre später sanierte er auch noch das Clubhaus.

Das Zinsniveau der Darlehen, die der Club dafür aufnehmen musste, war mit dem aktuell sehr niedrigen nicht zu vergleichen. Das spürt der Verein nach wie vor. Dazu kam: Angesichts der gestiegenen Zahl von Golfclubs in der Region und des sich daraus ergebenden Wettbewerbs um Mitglieder entwickelte sich die Einnahmenseite auch nicht so, dass dem Verein der Aufwand für Zins und Tilgung hätte gleichgültig sein können.