Seit vier Jahren gibt es den Flowtrail, eine Mountainbikestrecke entlang der Verbindungsstraße zum Neustädter Haus. Die Strecke mit Rampen und Kurvenbögen liegt auf Bischofsheimer Gemarkung und zieht in jeder Saison viele Downhill-Freunde an, die mit ihren speziell konstruierten Mountainbikes den Ritt talwärts genießen.

Offiziell tritt die Stadt Bischofsheim als Eigentümerin der Strecke auf, ausgearbeitet hat sie ein Team junger Radsport-Freunde. Um den Flowtrail kümmert sich ein ganzes Team, seit zweieinhalb Jahren ist Andi Rohe aus Unterwaldbehrungen offizieller Flowtrail-Beauftragter. Er ist für den ordentlichen Zustand des Trails verantwortlich, alle vier Wochen erstattet er bei der Stadt Bericht. Am Einstiegspunkt ist stets eine Ampel angebracht, die die Befahrbarkeit des Trails signalisiert.

Bereits dreimal haben Fachmagazine für Mountainbike-Fans über den Rhöner Flowtrail berichtet. "Er ist durchaus ein touristischer Faktor", sagt Andi Rohe. Bisher endete der Flowtrail kurz vor der Verbindungsstraße zwischen Sandberg und Bischofsheim. Doch schon länger nutzten viele Biker den Weg vom Parkplatz Irenkreuz hin-unter Richtung Unterweißenbrunn, um nach Bischofsheim zu kommen. Doch das sorgte für etwas Verdruss beim Jagdpächter und bei Waldbesitzern. Grund genug für die Stadt und die Mountainbiker, gemeinsam das Gespräch zu suchen, um eine Lösung zu finden. Also trafen sich Rohe, Bürgermeister Seiffert, Jagdpächter Michael Diefke, Otfried Pankratius von der Forstbetriebsgemeinschaft, ein Waldpächter und ein Jäger.

Zusammen ist man einen möglichen Weg abgelaufen, mit dem sich alle Beteiligten anfreunden konnten. Es handelt sich dabei um einen naturbelassenen, also nicht mit Rampen oder ähnlichem versehenen Pfad, auf dem sich die Downhiller sozusagen kanalisiert Richtung Tal bewegen können. "Derzeit ist die Beschilderung in Arbeit, die dann in den nächsten Wochen auch aufgestellt werden soll", erklärt Andi Rohe.

Der Weg wurde von Hand mit Motorsägen von Astwerk freigeschnitten, dann wurde mit einem Rechen eine Linie gezogen, auf der loses Material beseitigt wurde. "Es handelt sich um einen komplett naturbelassenen Weg", erklärt Rohe, der eine professionelle MTB-Agentur mit zehn Guides betriebt, die in der Rhön und den Alpen unterwegs sind. Man könnte also bei den Downhiller-Freunden glücklich sein, wenn es nicht kürzlich zu einem unschönen und vor allem nicht ungefährlichen Vorfall gekommen wäre.

Ein Unbekannter hat auf dem frisch angelegten Singletrail Dutzende Reißnägel verteilt. Die haben sich nicht nur in den Stollenreifen von Klaus Neumann gebohrt. "Wenn ein Reifen platzt, kann das gefährlich sein, aber vor allem können sich auch Tiere beim Wildwechsel Verletzungen zufügen", ärgert sich Andi Rohe.

Auf der Facebookseite des Flowtrails wurden Bilder von den Reißzwecken auf dem Trail gepostet. "Der Post wurde 45 000-mal gesehen und 150-mal geteilt", sagt der Flowtrail-Beauftragte aus Unterwaldbehrungen. Gerhard Nägler, Leiter des Bischofsheimer Tourismusbüros, bestätigt, dass die Stadt den Vorfall der Polizei weitergemeldet habe.