Edi Schmitt hat es wieder geschafft. Es ist das vierte Mal, dass er in der Scheuer auf dem Sonnenhof zwischen Münnerstadt und Reichenbach ein Hindernis aufgebaut hat, diesmal ist es ein Labyrinth aus Strohballen. Zuvor müssen die Läufer durch einen mit Wasser gefüllten Container. Dass er und seine Frau Rita Schmitt den Lauf so unterstützen, hat vor allem einen Grund: "Das sind liebenswerte Chaoten", sagt Edi Schmitt.
Man müsse nur einmal mit den Läufern ins Gespräch kommen. Die Schmitts haben ausschließlich positive Erfahrungen gemacht.
Es war beim dritten Battle im Jahr 2012, als die Schmitts erstmal ein Hindernis bauten. Mit ein paar Wasserflaschen hatten sie es sich gemütlich gemacht, um den Läufern zuzusehen. Was dann folgte, ist in die Braveheart-Geschichte eingegangen. Viele Läufer hielten den Sonnenhof für eine Versorgungsstation, was er damals aber eigentlich nicht war. Schnell war das Wasser alle, es wurde Limo und Bier ausgeschänkt, Tee gekocht und neues Wasser besorgt. Mit nur 30 Bechern sind etwa 1000 Läufer mit Wasser versorgt worden. "Wir sind mit dem Spülen kaum nachgekommen", erinnert sich Rita Schmitt. Ein Pflegedienstleiter aus Bad Neustadt, der ein Pferd bei den Schmitts hat, hat sich zudem um verletzte und unterkühlte Läufer gekümmert. Es ging hoch her auf dem Sonnenhof.

Bis nichts mehr da war

Eier haben sie verteilt und zum Schluss auch noch Frikadellen, die eigentlich für den Eigenverbrauch vorgesehen waren. Der Lauf war vorbei und der Sonnenhof war völlig ausgeplündert - den Schmitts hat's gefallen. Seit 2013 haben sie nun offiziell eine Versorgungsstation. Die ist inzwischen berühmt für ihre "Brave-Tella-Brote" - ein "Heldenmus(s)".
80 Brote hat Rita Schmitt mit Helfern am Donnerstag in der hauseigenen Bachstube gebacken. Heute werden sie mit Brave Tella bestrichen, ein Mus aus Margarine, Puderzucker, Kakao, Sahne und Zimt. Zur Brotschmier-Aktion kommen die Mitstreiter von Forum akiv vorbei und weitere Helfer. Für Rita Schmitt ist schon jetzt klar: Sollte der BraveheartBattle im nächsten Jahr nicht mehr in Münnerstadt sondern in Bad Kissingen stattfinden, dann wird sie ihre Brote eben dorthin fahren. "Was Joachim von Hippel macht, kann man nur unterstützen", betont sie. Viele der Läufer seien Rechtsanwälte, Manager und Geschäftsleute, die einfach nur Lust haben, ihre Grenzen kennen zu lernen. "Das finde ich toll." Dann widmet sie sich wieder ihren Broten.

Suche nach Wärmezelt

Hauptorganisator Joachim von Hippel ist immer an den Tagen vor dem Battle fast rund um die Uhr unterwegs. Aber in diesem Jahr ist es noch ein bisschen schlimmer. "Wir kämpfen bis zur letzten Kugel", scherzt er, aber eigentlich ist ihm gar nicht nach Lachen zumute. Noch am Donnerstag war er mit der Organisation eines Wärmezeltes am Regenrückhaltebecken in Reichenbach (Loch Ness) beschäftigt. "Egal wie, es wird am Samstag ein Wärmezelt geben", betont er. Darum hatte sich in der Vergangenheit die Stadt Münnerstadt gekümmert, die ihr Hilfe aber in diesem Jahr zurück gefahren hat, was Joachim von Hippel schwer getroffen hat. "Vor allem, weil es kurz vor knapp kam", sagt er. Trotzdem: "In diesem Jahr wird der Lauf sogar noch besser."

Mit offenen Armen

2. Bürgermeister Michael Kastl (CSU) verteidigt indes diese Entscheidung. "Es geht nicht darum ob man man etwas will, sondern ob man etwas kann, oder sogar darf", betont er mit dem Hinweis, dass es sich um öffentliche Gelder handelt, die eingesetzt worden sind. Michael Kastl verweist in diesem Zusammenhang auf die gewährte Stabilisierungshilfe. Die Stadt habe sich im Gegenzug verpflichtet, ihre freiwilligen Leistungen zu überprüfen. Und noch einmal bekräftigt er, dass es sich um eine Art Wirtschaftsförderung gehandelt habe, damit der BraveheartBattle auch jeweils im nächsten Jahr wieder stattfinden kann, was ja nun durch den Weggang nach Bad Kissingen nicht mehr der Fall sei. Aber: "Sollte die Bereitschaft bestehen, in Münnerstadt zu bleiben, werden wir ihn mit offenen Armen empfangen", sagt er. "Aus meiner Sicht müssten wir dann die Rahmenbedingungen festschreiben, damit es in Zukunft keine Irritationen mehr gibt", so der 2. Bürgermeister.