Frank Vogler geht gerne neue Wege. Er fühlt sich für seine Hühner und die Umwelt verantwortlich. "Die Tiere stehen bei uns immer im Mittelpunkt", sagt der Legehennenhalter aus Neuwirtshaus bei Wartmannsroth. Nun ist er vom Landwirtschaftsportal "agrarheute" als "Landwirt des Jahres" in der Kategorie Geflügelhalter ausgezeichnet worden.

Das macht den 39-Jährigen freilich stolz. Vor allem aber bedeute die Auszeichnung für ihn Anerkennung und Bestätigung für den eingeschlagenen, manchmal mutigen Weg, sagt er im Gespräch mit dieser Redaktion. "Das zeigt, dass sich das jahrelange, auf Tierwohl ausgerichtete Arbeiten lohnt. Man lernt jeden Tag dazu, wenn man mit Tieren arbeitet. Es freut mich, dass das gewürdigt wird".

Der Endkunde zahlt auch für das Tierwohl

Mutig ist sein Weg, weil Verbraucherin und Verbraucher ihn mitgehen müssen. "Im Handel wird meistens eben auf 'billig' gesetzt. Auch wir haben Ställe mit 12 000 Tieren, aber geben ihnen dort mehr Platz. Die Ställe sind oft offen und ich habe die Erfahrung gemacht, dass 99 Prozent der Leute, die sich das anschauen, sagen, die Haltung ist artgerecht und in Ordnung. Das kostet Geld und am Ende zahlt das natürlich der Verbraucher. Aber die Leute honorieren unseren Weg."

Im Stall selbst biete sein Betrieb den Tieren Beschäftigung. Er setze Gesteinsmehl und Stroh ein, um den Tieren ihren Spaß beim Scharren zu erhalten, heißt es in einer Pressemitteilung des Vogler-Hofes. Im letzten Jahr habe der Betrieb außerdem damit begonnen, die Bruderhähne der Legehennen mit aufziehen zu lassen.

"Landwirt des Jahres" sei natürlich nicht nur er selbst, sondern vor allem der gesamte Betrieb mit seinen rund 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, betont Vogler. Seit Jahren vermarktet der Betrieb Eier im Landkreis Bad Kissingen und darüber hinaus. Zwischen 70 000 und 75 000 Eier werden täglich sortiert und verpackt, knapp 50 000 Tiere leben laut Vogler auf dem Hof, der in dritter Generation als Familienbetrieb geführt wird. Der Blick ist dabei stets zukunftsorientiert ausgerichtet. "Wir versuchen ein ganzheitliches Futter- und Wasserkonzept aufzustellen", nennt Vogler ein Beispiel. So habe man über eine eigene Elektrolyseanlage das Wasser verbessert, füge dem Futter effektive Mikroorganismen zu, die den Darm besiedeln. "So können wir dort schlechte Bakterien fernhalten und die Gesundheit der Tiere direkt fördern", erklärt der Landwirt.

Vogler habe die Juroren der Geflügelhalter-Kategorie mit seinem besonderen Engagement für seinen Beruf überzeugt, heißt es in der Pressemitteilung des Deutschen Landwirtschaftsverlages zur Preisverleihung. Und weiter: "Er rückt die Legehennen in den Mittelpunkt, kümmert sich aber auch um die Belange der Verbraucher und seiner Berufskollegen." So schaffe Vogler es, seinen Betrieb zukunftsfähig aufzubauen, rentabel zu wirtschaften und dabei dennoch "voll den Anforderungen der Gesellschaft nach mehr Tierwohl zu entsprechen".

Glückwünsche gab es via Pressemeldung auch von Bayerns Agrarministerin Michaela Kaniber: "Die hohe Auszeichnung stimmt mich hoffnungsvoll. Denn es zeigt wieder einmal, welche innovativen Köpfe wir in Bayern haben, die anpacken, Chancen erkennen und diese für ihre Betriebe aktiv nutzen. Sie zeigen auch anderen, dass es sich lohnt, kreative Ideen zu entwickeln und neue Wege zu gehen", wird die Ministerin zitiert.

Den Preis erhielt Vogler im Rahmen der "Nacht der Landwirtschaft" in Berlin - wenn auch nur digital via Livestream. "Ich wusste nicht, wie es ausgeht", verrät er. Gemeinsam mit der Familie verfolgte er die Verleihung zuhause in Neuwirtshaus. Der Preis wird mit 1000 Euro honoriert, dazu gibt es einen Pokal und eine Urkunde, die in Voglers Büro einen Ehrenplatz erhalten wird.Simon Snaschel