Nun muss sich der Pilot, dem verschiedene Fehler vorgehalten werden, vor Gericht verantworten. Der auf neun Verhandlungstage angesetzte Prozess wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung vor dem Landgericht Fulda beginnt am 2. März.

Wie die Staatsanwaltschaft Fulda in einer Prozess-Ankündigung informiert, wird dem 57-Jährigen zur Last gelegt, bei der misslungenen Landung mit seiner einmotorigen Cessna für den Tod der drei Menschen verantwortlich zu sein. Der Pilot aus Ludwigshafen soll den Flug von Mannheim in die Rhön angetreten haben, obwohl die Maschine mit vier Personen überladen gewesen sei.

Weiter soll der Angeklagte den Landeanflug verkürzt, die Landeklappen nicht richtig bedient und die Maschine mit deutlich überhöhtem Tempo auf die Landebahn aufgesetzt haben. Trotz allem soll er den Anflug zunächst fortgesetzt und erst zu spät versucht haben, wieder durchzustarten. So kam es zu dem schrecklichen Unfall. Die Maschine sei hinter der Piste mit dem Hauptfahrwerk auf dem Boden aufprallt, habe eine Schranke durchbrochen, die Straße überquert und mit noch immer laufenden Propeller auf einem Gehweg die Mutter, ihre zwölfjährige Tochter und den elfjährigen Sohn erfasst. Sie starben noch vor Ort.

Die Wetterbedingungen waren zum Unfall-Zeitpunkt nach Angaben des Flugplatzes unproblematisch. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen (BFU) ermittelte in der Folge und kam im Frühjahr 2019 in einem Zwischenbericht zu dem Ergebnis, dass die Maschine wohl überladen gewesen sei. Eine technische Störung hatte laut BFU zum Unfallzeitpunkt an der Maschine nicht vorgelegen.

Der Prozess beginnt mit der Verlesung der Anklage am Dienstag, 2. März, um 9.30 Uhr vor der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts Fulda. Bis 23. März sind acht weitere Verhandlungstage angesetzt. top