Zu einem Motorradtreff der ganz besonderen Art gestaltet sich der Aktionstag von Gebietsverkehrswacht, AMSC und Polizeiinspektion Hammelburg auf dem TÜV-Gelände in Hammelburg. Im Laufe des Nachmittags entwickelten sich nette Gespräche über die viel gepriesene Freiheit auf zwei Rädern, aber auch die unsanften Grenzen, auf die der Spaß bisweilen unsanft stößt.


Prüfplakette fraglich

48 Fahrer freuten sich über das Angebot, ihre Maschinen zum Saisonstart von den TÜV-Prüfern Herbert Baus, Stefan Fischer, Alexander Rohner und Steffen Wirth durchschauen zu lassen. Statt dem mahnenden Zeigefinger gab es zur Feier des Tages auch von den beiden Polizisten Hubert Koch und Ralf Peter meistens freundschaftliche Tipps. Allerdings gab es bei der überwiegenden Zahl der Fahrer und den Verantwortlichen auch Ernüchterung. 60 Prozent der vorgestellten Maschinen wiesen Mängel auf. "Etliche hätten die Prüfplakette nicht bekommen", resümiert Vorsitzender Karlheinz Franz von der Gebietsverkehrswacht.

Eine ganze Reihe von Versäumnissen taten sich auf , die nicht immer ganz alleine auf die Fahrer zurückfielen. So gab es falsche Eintragungen in den Fahrzeugpapieren. Als gravierend stuften die Prüfer defekte Lenkkopflager und nicht eingetragene Bereifung ein.


Scheinwerfer zu niedrig

Besonders häufig stachen zu niedrig eingestellte Scheinwerfer ins Auge. So geht bei Nachtfahrten wertvolle Sichtweite verloren. Überhaupt die Beleuchtung: Auch Rück- und Kennzeichenbeleuchtung entpuppten sich als Fehlerquelle. Falscher Reifendruck erforderte nicht selten Korrekturbedarf. Ebenfalls einen kritischeren Blick verdienen zum Saisonstart die Bremsscheiben. Beim Aktionstag fielen einige Maschinen mit abgenutzten Scheiben auf. Mangelhafte Kettenspannung und erhebliches Radlagerspiel mussten auch angesprochen werden.


Sicherheitsschalter fehlerhaft

Und dann gibt es noch ein oft fehlerhaftes Detail, das den Fahrer bei jüngeren Motorrädern vor Vergesslichkeit schützen soll: Der Sicherheitsschalter, der den Motor abschaltet, wenn beim Einlegen eines Ganges der Seitenständer ausgeklappt ist. In der ersten Kurve kann es zu bösen Stürzen kommen, weil die Maschine nicht in die erforderliche Schräglage gebracht werden kann.

Dankbar über die erforderlichen Ratschläge machten sich die Motorradfahrer auf den Heimweg.

Hammelburg hat wegen der hier gebotenen Sicherheitstrainings eine besondere Anziehungskraft für bewusste Fahrer. Die ließen sich genauso wie die Prüfer von der Vielfalt der Maschinen faszinieren. Darunter auch einige Raritäten. Mustergültig in Schuss war eine Honda CBX 1000. Mit elegant säuselndem Sechszylinder-Motor fuhr Eigentümer Joachim Bindrum das gute Stück aus dem Jahr 1979 mit erst 6000 Kilometern auf dem Tacho vor.
Das Schwärmen über derlei Technik fand in der Bewirtung der Gäste einen angenehmen Rahmen. Dafür sorgten Johannes Deinlein und Stephan Matheisz als Ehrenvorsitzende der Gebietsverkehrswacht sowie Horst Hornung. Wolfgang Dünnebier