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Wasserlosen
Ursachenforschung

Fahndung nach den Fäkalkeimen

Jede Wasserleitung hat einen Film. In dem Schleim siedeln Mikroorganismen.
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Es wird noch nach der Ursache der Enterokokken gesucht.  Symbollfoto: Alexander Raths/fotolia
Es wird noch nach der Ursache der Enterokokken gesucht. Symbollfoto: Alexander Raths/fotolia

In Brebersdorf und Rütschenhausen (Ortsteile von Wasserlosen) kommt gechlortes Wasser aus der Leitung, weil erneut coliforme Keime gefunden wurden.

Nach einer Routinetrinkwasserprobe waren die Einwohner von Brebersdorf, Rütschenhausen und Kaisten erst am 29. September aufgefordert worden, das Trinkwasser wegen einer Belastung durch coliforme Keime kurz, aber kräftig abzukochen. Ein Abkochen gilt diesmal nicht als nötig, denn das Trinkwasser ist jetzt gechlort.

Eine Sicherheitschlorung fand bereits auch ab dem 29. September statt. Bis zum 4. Oktober war zusätzlich das Wasser abzukochen. In einer Probe nach einer Woche nach der Chlorung wurden jedoch wieder coliforme Keime an den Entnahmestellen in Brebersdorf und Rütschenhausen entdeckt.

Das Gesundheitsamt in Schweinfurt hat daraufhin und noch vor dem Einsatz von Chlor differenzierte Probenahmen an mehreren Stellen in den Ortsnetzen, den Ortszuleitungen und am Hochbehälter angeordnet - um der Ursache auf die Spur zu kommen.

Konkrete Verdachtsmomente gäbe es nicht, sagte auf Nachfrage der Redaktion Amtsleiter Dr. Germut Schneeberger. Die bereits genommenen Proben sind derzeit zur Prüfung in externen Laboratorien. Die zuständige "Kaistener Gruppe" (Wasserversorger) arbeitet mit dem Labor Dr. Nuss (Bad Kissingen) zusammen.

Vielfältige Ursachen

Ohne exakte Auswertung seien keine Rückschlüsse möglich, meint der Leiter des Gesundheitsamtes. Zu vielfältig seien die möglichen Ursachen. Jedes Rohrsystem hat seinen eigenen Biofilm (Schleimschicht), in dem Mikroorganismen wie Bakterien, Algen, Pilze oder etwa Protozoon (Urtiere, Einzeller) eingebettet sind. Deshalb können die Enterokokken (Bakterien) überall siedeln und ursprünglich selbst aus dem Bereich der Hausanschlüsse stammen. Die Belastung des Trinkwassers in Brebersdorf und Rütschenhausen gilt als deutlich niedriger als jene, die im Spätsommer wochenlang im Bereich Würzburg über 50 000 Einwohner mehrerer Ortschaften betraf. Diese mussten zusätzlich das Wasser abkochen, das zum Trinken, für die Zubereitung von Speisen, für das Waschen von Obst und Gemüse, das Putzen der Zähne oder auch für den Hund und die Katze vorgesehen war.

Der Einsatz von Chlor (tötet die Keime ab) ist auf 0,3 Milligramm pro Liter begrenzt, was als unbedenklich gilt. Lediglich für Aquarien sollte das gechlorte Wasser nicht verwendet werden, weil die Fische es nicht vertragen. Im Oktober 1960 wurde die Kaistener Gruppe als Wasser- und Bodenverband von den früher selbstständigen Gemeinden Brebersdorf, Greßthal, Kaisten, Rütschenhausen, Schwemmelsbach, Schwebenried und Vasbühl gegründet. 1966 schlossen sich Schraudenbach und Stettbach dem Verband an, der das Grundwasservorkommen im Bereich des Wasserhauses in der Gemarkung Kaisten nutzt. 1982 kamen Wasserlosen und ab 1984 Burghausen und Wülfershausen sowie Neubessingen (ein Stadtteil von Arnstein) hinzu. Verbandsmitglieder sind heute die Gemeinden Wasserlosen, Werneck und die Stadt Arnstein. Gerd Landgraf

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