Bis vor Kurzem war der abgelegene Küstenort Chuao, Bundesstaat Aragua, Venezuela, vor allem für seine Traumstrände und die "weltbesten Kakaobohnen" bekannt. Ebenso für die "Tanzenden Teufel", ein bunter afro-karibischer Folklorebrauch zu Fronleichnam. Am Montag, 4. Mai, soll in der Felsenbucht von Chuao dann aber wirklich die Hölle losgebrochen sein.

Von Fischern abgefangen

Glaubt man venezuelanischen Staatsmedien, gelang es Fischern, eine Gruppe Invasoren abzufangen, die den sozialistischen Präsidenten Maduro stürzen wollten. Deren Außenbordmotoren soll der Sprit ausgegangen sein, auf einer Odyssee zwischen Kolumbien und Venezuela. Twitter-Fotos und Handyvideos zeigen, wie die "Mercenarios" - Exilvenezuelaner und zwei US-Amerikaner - mit erhobenen Händen im Boot stehen. Ein Hubschrauber zieht dröhnend seine Kreise, Volksmiliz und Polizei übernehmen die Verhaftung der Männer.

Unter den acht Gefangenen, die am Ende gefesselt auf der Uferpromenade liegen, befinden sich die Ex-US-Soldaten Luke Denman und Airan Berry. Letzterer lebt mit seiner Familie im Landkreis Schweinfurt, als viel gelobter Mitarbeiter einer Installateursfirma. Einen Tag zuvor hat es mehr als 60 Kilometer weiter östlich, in der Macuto-Bucht, ein blutiges Feuergefecht gegeben, als weitere Putschisten nahe der Hauptstadt Caracas anlanden wollten: So zumindest die offizielle Darstellung. Die Verhörvideos, in denen der 42-Jährige befragt wird, sind für seine Frau bis heute das letzte Lebenszeichen geblieben.