Sie gelten als Todesvogel oder Unglücksbringer, aber auch als Symbol für Weisheit und Eleganz: Seit Jahrtausenden faszinieren Eulen die Menschheit. Auch in der Rhön beherrschen die nächtlichen Jäger die Wälder und das offene Land. Über die Ergebnisse einer aktuellen Kartierung von Eulen und Käuzen in der Hessischen Rhön berichtete dieser Tage Jonas Thielen, Sachgebietsleiter Naturschutz beim Landkreis Fulda, in der Hessischen Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön in Hilders.

Weiterer Vortrag am 3. September

Wie es in der Pressemeldung weiter heißt, werden wegen des großen Interesses am Vortrag "Eulen in der Hessischen Rhön" weitere Termine angeboten. Plätze gibt es aber nur noch für Donnerstag, 3. September, 19 Uhr. Veranstaltungsort ist die Hessische Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön in Hilders. Eine Anmeldung ist bis 31. August erforderlich, Tel.: 0661/6006 7800 oder E-Mail an info@br-rhoen.de. Beim Betreten des Gebäudes ist ein Mund-Nasen-Schutz erforderlich.

Die Jahre 2020 und 2021 stehen in der Hessischen Rhön im Zeichen des Vogelschutzes. Ziel ist, die Arten der EU-Vogelschutzrichtlinie zu kartieren und anschließend Verbindungskorridore zu schaffen. Ein erster Schritt war im Jahr 2020 die Kartierung von 5000 Hektar Wald. Ein positives Ergebnis: Den Eulen und Käuzen - manche Arten galten zwischenzeitlich bereits als ausgestorben - geht es dank jahrzehntelanger Naturschutz-Arbeit wieder gut. Von den 13 in Europa vorkommenden Arten brüten sieben regelmäßig in der Rhön. "Das ist bemerkenswert", sagte Thielen. Waldkauz und Waldohreule zum Beispiel seien heute weit verbreitet und nicht bedroht.

Alle Arten sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützt, für drei von ihnen - Raufußkauz, Sperlingskauz und Uhu - trägt die Hessische Rhön gemäß der EU-Vogelschutzrichtlinie eine besondere Verantwortung. Die Kartierung in 2020 ergab, dass von elf bis 15 Revieren des Raufußkauzes ausgegangen werden kann. "Damit haben wir die Vorgaben der EU erfüllt", erklärte Thielen. Das gelte auch für den Sperlingskauz mit neun bis 13 Revieren und den Uhu, der vor 100 Jahren nicht mehr in Hessen zu finden war.

Gesunder Mischwald erforderlich

Bis 2021 wird die Hessische Verwaltung einen Maßnahmenplan für die kommenden Jahre erstellen. "Einzelne Arten kann man nur erhalten, wenn man das komplette Ökosystem im Blick hat", sagte Thielen. Zum Beispiel sei es wichtig, beim Wald in Zukunft einen gesunden Mischwald zu erreichen. Raufuß- und Sperlingskauz etwa brauchen Nadelbäume, vor allem die Fichte. In seinem Vortrag stellte Thielen verschiedene Arten vor und sprach über die jeweiligen Besonderheiten sowie ihre Lebensräume in der Rhön. Aber auch über Gefährdung und Probleme. Begleitet wurde sein Bericht von zahlreichen Aufnahmen der beiden Naturfotografen Heribert Schöller und Chris Kaula.