Jetzt ist die Renovierung des Hotels Schwan und Post mit seinen Erweiterungsbauten offiziell auf den Weg gebracht. Der Stadtrat segnete den Entwurf ab, den Architekt Holger Fenchel im Gremium vorstellte. Es ist nicht der erste Entwurf, und offensichtlich auch nicht der, den ein Teil der Stadträte lieber gesehen hätte. Aber es ist ein von allen akzeptierter, sehr guter Kompromiss, der nach sehr vielen Gesprächen entstand, wie der Architekt sagte.
"Der ursprüngliche Entwurf war imposanter", stellte Norbert Klein fest, und Janis Heller sprach von einer mutigeren ersten Planung. Dass die nicht umgesetzt wird, liegt daran, dass viele Vorgaben eingehalten werden mussten, so Bürgermeister Bruno Altrichter. Unter anderem die vom Denkmalamt. Immerhin entsteht der Neubau ja auf dem Gelände der ehemaligen Bäckerei Zoll - ein Gebäude, das unter Denkmalschutz stand, dann aber doch für die Hotelerweiterung weichen musste. Aber auch die Gestaltungssatzung der Stadt sei zu beachten gewesen, die dem Bauherrn nur einen engen Rahmen lasse. Das nun dem Stadtrat vorliegende Ergebnis bezeichnete Altrichter als zustimmungswürdig.
Das ganze Projekt ist in vier Abschnitte unterteilt, erklärte der Architekt. Baubereich eins ist das sogenannte Bettenhaus. Es steht ein Stück links vom historischen Schwan-und-Post-Gebäude und lehnt sich optisch an dessen Gestaltung an. Es verfügt auf zwei Geschossen plus einer Mansarde über 17 Doppelzimmer.
Der Verbindungsbau zwischen den beiden Baukörpern ist modern gestaltet mit einer Glasfassade, dem Eingangsbereich zum Hotel mit der Rezeption. Die Fassade darüber wird aus Messingblech bestehen, das beleuchtet werden soll. Das Flachdach darüber wird begrünt werden, so Fenchel.
Der dritte Neubauteil lehnt sich hinter Schwan und Post an die Stadtmauer an. Darin ist das Restaurant untergebracht. Darüber befindet sich der Wellness- und Spabereich des Hotels, von dem aus man über die Stadtmauer hinweg Richtung Saalewiesen schauen kann. Ein Treppenhaus wird diesen Bauteil mit dem historischen Schwan-und-Post-Gebäude verbinden. Dieses wird im vierten Bauabschnitt saniert. Es wird in seiner inneren Aufteilung so erhalten bleiben wie bisher. Allerdings werden alle technischen Anlagen und der Brandschutz auf den neuesten Stand gebracht, erklärte Fenchel.
Der Plan sieht vor, dass bis 2019, dem Jahr, in dem Preh 100-jähriges Bestehen feiert, sämtliche Bauarbeiten erledigt sein sollen. Das Vier-Sterne-Hotel soll mit seinen insgesamt 28 Gästezimmern und 56 Betten im März 2019 in Betrieb gehen.
Bürgermeister Bruno Altrichter hob die besondere Bedeutung des Hotelprojekts für die Innenstadt und weit darüber hinaus hervor. Die zusätzliche Hotelkapazität sei eine sehr erfreuliche Entwicklung für Bad Neustadt, die bewusst modern gehaltenen Teile des Bauprojekts bezeichnete Altrichter als Bekenntnis zur Jetztzeit. Das werde auch von der Regierung von Unterfranken durchaus positiv gesehen. Er sprach aber auch an, dass die Planung alle Beteiligten viel Energie und Zeit gekostet habe.
Gerald Pittner bezeichnete das Projekt als "gutes Bauwerk am Stadteingang". Vor allem Richtung Stadthalle und B 19 setzte das Gebäude architektonische Zeichen. Von einem wichtigen Hotel an einem bedeutenden Punkt sprach Karl Breitenbücher. Er hatte nur einen kleinen Kritikpunkt. Seiner Ansicht nach ist der Teil Bettenhaus zwar recht gut an das alte Schwan und Post-Gebäude angeglichen. Allerdings sind die Fenster im Mansardenbereich seiner Meinung nach zu groß.

Investor und Betreiber

Hinter dem Projekt "Renovierung des Traditionshotels Schwan & Post" zu einem modernen Vier-Sterne-Haus steht eine Investorengruppe um den Preh-Mehrheitsgesellschafter Jeff Wang.
"Die Joyson-Gruppe von Jeff Wang verfügt neben den Geschäftsfeldern Automobilzulieferung und Automation auch über eine separate, sehr erfolgreiche Immobiliensparte", erklärt Christoph Hummel, der neben seiner Haupttätigkeit als Vorsitzender der Geschäftsführung der Preh GmbH auch Geschäftsführer der eigens für das Bauvorhaben gegründeten Hotelgesellschaft SP Hotel Holding GmbH ist.
Als Betreiber des neuen Bad Neustädter Prestigeobjekts wird Marcus Läbe, der auch das Schlosshotel in Bad Neuhaus führt, das operative Geschäft übernehmen. Während der Bauphase soll die Öffentlichkeit über eine eigene Projektwebseite, die mit der erfolgten Baugenehmigung unter www.hotel-schwan-und-post.de online gegangen ist, sowie über Social Media-Kanäle auf dem Laufenden gehalten werden.
Auch mehrere Informationsveranstaltungen und "Tage der offenen Tür" für Besucher sind geplant.