Es klingt vielversprechend für die hausärztliche Versorgung im Westen des Landkreises: Ein junger Mediziner aus Serbien hat soeben die Landarztpraxis in Obbach übernommen, in Niederwerrn hat sich vor wenigen Tagen eine junge Ärztin niedergelassen, und in Wülfershausen ist seit Oktober ein Allgemeinmediziner präsent. Also alles bestens im Bedarfsplanungsbereich Schweinfurt-Nord? Mitnichten.

Die guten Nachrichten können nicht verbergen, dass es zwischen Wasserlosen und Stadtlauringen nach wie vor große Schwierigkeiten in der Hausarztversorgung gibt. "Es stehen nicht mehr ausreichend Hausärzte zur Verfügung, um die Versorgungssituation langfristig zu stabilisieren", konstatiert auch die Kassenärztliche Vereinigung Bayern (KVB). Aktuell gibt es in der Region Schweinfurt-Nord 6,5 freie Hausarztsitze, was in ganz Bayern hinter Tirschenreuth mit sieben freien Sitzen trauriger Spitzenreiter ist.

Formal "unterversorgt" ist das Gebiet derzeit zwar nicht. Berechnet wird dies von der KVB nach dem Verhältnis Ärzte zu Einwohner. Wenn der Versorgungsgrad unter 75 Prozent liegt, wie es noch im Frühjahr 2019 der Fall war, liegt eine Unterversorgung vor. Derzeit weist der KVB-Versorgungsatlas 88,41 Prozent aus und damit eine "drohende Unterversorgung". "In Schweinfurt-Nord pendelt das immer", weiß auch Adam Hofstätter von der KVB-Sicherstellung in München. So hätten sich dort 2019 drei neue Ärzte niedergelassen. Bei der Berechnung werde aber auch das Alter der Ärzte berücksichtigt.