In Forst ereignete sich jüngst Erstaunliches. Ein Pfarrer verwies mehrere Frauen der Kirche, weil die seinen Gottesdienst störten und dazu nutzen wollten, auf ihre Anliegen in Sachen Maria 2.0 aufmerksam zu machen. Die Frauenbewegung Maria 2.0 des katholischen Frauenbunds verlangt unter anderem ein Ende der patriarchalen Machtstruktur in der katholischen Kirche.

Pfarrer Andreas Heck wollte sich das laut eines Zeitungsberichtes nicht gefallen lassen und forderte die in weiß gekleideten Protestlerinnen lautstark dazu auf, das Gotteshaus zu verlassen. Die Frauen blieben, die Frauenbund-Ortsvorsitzende Gabi Gressel ergriff stattdessen das Wort und sprach zur Kirchengemeinde. Der Pfarrer fühlte sich vorgeführt und beendete die Vorabendmesse des Hochfests "Mariä-Aufnahme in den Himmel" vorzeitig.

Die Berichte über den Vorfall vom 14. August lösten eine kontroverse Debatte im Internet aus: War die Aktion des Frauenbunds gerechtfertigt, weil die Frauen sonst von der Kirche nicht gehört werden? Hat der Pfarrer richtig reagiert? War die kleine Kirche in dem 1000-Einwohner-Dorf Forst (Gemeinde Schonungen im Landkreis Schweinfurt) überhaupt der richtige Ort, um die global verankerten Machtstrukturen der katholischen Kirche zu hinterfragen? Und sollte darüber in den Medien berichtet werden und auf welche Weise? Meinungen und Diskussionsbeiträge dazu erreichten die Redaktion über mainpost.de, Facebook, per E-Mail und Leserbrief. Das haben wir hier zusammengefasst.