"Im Kopf habe ich sie", sagt Joachim von Hippel, wenn er über die neue Strecke des Braveheart-Battle-Laufs in Bischofsheim spricht. Auch wenn noch Detailfragen zu klären sind, wo genau der gut 28 Kilometer lange Extremlauf entlangführen wird, lässt sich aber schon jetzt sagen: Es wird sehr steil und sehr nass. Und vor allem müssen sich die 3500 Läufer beim Start am 12. März nächsten Jahres auf Schnee und Eis einstellen, weil der Gipfelpunkt auf über 800 Meter Höhe liegt.
Zum Vergleich: Der höchste Punkt beim Lauf in Münnerstadt war der 402 Meter hohe Michelsberg. Daran gemessen liegt schon Bischofsheim mit seinen 440 Metern darüber.
Der Umzug aus Münnerstadt, wo das Spektakel sechs Jahre lang ausgerichtet wurde, scheint der Veranstaltung nicht zu schaden. Bereits im Juli waren alle Startplätze vergeben, auf der Warteliste stehen weitere rund 300 Namen. Die Chancen für Kurzentschlossene, mit dabei zu sein, sind trotzdem nicht schlecht. Denn erfahrungsgemäß sagen vor dem Lauf eine Reihe Starter ab. Freie Plätze werden dann nicht selten in sozialen Netzwerken wie Facebook vergeben.
Über den genauen Verlauf der Strecke müssen noch abschließende Gespräche mit der Unteren Naturschutzbehörde und dem BRK geführt werden. Von Hippel rechnet damit, dass bis etwa Mitte nächsten Monats Klarheit besteht, verrät aber schon das Grobkonzept. Von der Schulturnhalle soll es zunächst in Richtung Osterburg gehen, dann nach Haselbach und dem gleichnamigen Gewässer und von dort weiter nach Bischofsheim.
Im Stadtzentrum selbst sollen einige der rund 50 Hindernisse stehen, unter anderem die aus Münnerstadt bekannte Schäferwand aus Strohballen. Weiter führt der Weg durch den Bach Brend Richtung Campingplatz nach Haselbach und von dort vorbei an der Sprungschanze den Kreuzberg hoch zum Gasthaus Roth und weiter Richtung Neustädter Haus. Dann wieder in die Stadt, nach Haselbach, Richtung Osterburg und zurück zum Stadion. Unterwegs warten Steilhänge, Matschlöcher und wahrscheinlich auch winterliche Bedingungen.
"An der Detailstrecke wird die nächsten Wochen gearbeitet", bestätigt der städtische Tourismusreferent Gerhard Nägler. Erst dann würden andere Dinge geklärt, wie etwa Absperrungen oder der Einsatz von Rettungskräften.
Zufrieden zeigt sich Nägler mit der Resonanz aus der Stadt. Zwar gebe es auch Bedenken, etwa wegen der Größe der Veranstaltung, aber die örtliche Gastronomie und viele Vereine stünden dem Lauf sehr aufgeschlossen gegenüber. "Das bringt uns in Zeiten, in denen sonst nicht so viele Übernachtungen zu verzeichnen sind, ein volles Haus", ist Nägler überzeugt. Schon jetzt gebe es in manchen Betrieben kein freies Zimmer mehr.
Michael Petzold