Hunderte Millionen Euro will die Bundeswehr in den kommenden Jahren in ihre bayerischen Kasernen investieren. Mehr als 310 Millionen Euro fließen allein in Bauprojekte der unterfränkischen Bundeswehrstandorte in Veitshöchheim, Volkach, Hammelburg und Wildflecken. Auch in den Regierungsbezirken Mittelfranken und Oberpfalz, in denen die Bundeswehr in Roth, Grafenwöhr, Weiden und Kümmersbrück vertreten ist, soll kräftig in die militärische Infrastruktur investiert werden. In Mittelfranken sind Bauprojekte mit einem Kostenvolumen von 158 Millionen Euro geplant.

"Wir werden wieder mehr", sagt Oberst Hans-Jürgen Neubauer, der Leiter des Kompetenzzentrums Baumanagement München am Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw). Mehr Personal aber heiße, dass der Ausbau der Infrastruktur notwendig wird. "Wir werden viel unternehmen, um wieder attraktiver zu werden." Dies bedeute, Einzelunterkünfte statt der früher üblichen Sechs-Mann-Zimmer, neue Verkehrswege für neue Generationen von Fahrzeugen und moderne Ausbildungszentren auf dem neuesten Stand der Technik. Man wolle schnell, aber wirtschaftlich vernünftig bauen, erklärt Neubauer. Und dabei gerne den Mittelstand und Firmen aus der Region mit einbinden.

300 Vertreter der Baufirmen

"Wir werben um Sie", richtete sich Joachim Fuchs, Behördenleiter des Staatlichen Bauamtes Würzburg am Dienstagabend bei einer Informationsveranstaltung in der Balthasar-Neumann-Kaserne in Veitshöchheim an die 300 Vertreter hiesiger Baufirmen, Architektur- und Ingenieurbüros, die gekommen waren, um Einzelheiten über die Bauvorhaben und deren Ausschreibungen zu erfahren. Dabei geht es nicht nur um Neubauten, sondern auch um die Sanierung und Erhaltung der Gebäude, informierte Walter Kolbeck von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, der Eigentümerin aller Liegenschaften des Bundes in Deutschland. Vom Boden bis zur Decke, von der Fassade bis zu den Sanitäranlagen seien in den nächsten Jahren eine Vielzahl an Einzelaufträgen zwischen 2000 und 250.000 Euro zu vergeben.

Abriss alter Gebäude

Ansprechpartner für die Bauvorhaben an den Bundeswehrstandorten in Hammelburg (3300 Soldaten) und Wildflecken (700 Soldaten) ist das Staatliche Bauamt Schweinfurt. Allein in Hammelburg sind bis zum Jahr 2029 insgesamt 43 Baumaßnahmen im Wert von 170 Millionen Euro geplant, darunter der Neubau einer Unterkunft für 1100 Personen. 39 Bauprojekte mit Kosten von 69 Millionen Euro sind in Wildflecken vorgesehen. Unter anderem müssen dort mittel- bis langfristig 80 alte Gebäude abgerissen werden, ein neues Audimax soll entstehen, Glasfasernetze müssen verlegt werden.

Die Bauvorhaben in Veitshöchheim und Volkach (jeweils 1200 Soldaten) koordiniert das Staatliche Bauamt Würzburg. In Veitshöchheim sollen in den kommenden zehn Jahren 18 Maßnahmen im Wert von 43 Millionen Euro umgesetzt werden. Unter anderem sollen Gebäude automatisiert und die Zufahrt zur Kaserne soll erneuert werden. In Volkach sind 14 Bauvorhaben geplant. 29 Millionen Euro sollen dafür ausgegeben werden. Die Sanierung der Abwasserkanäle steht ebenso an wie der Bau neuer Unterkünfte und Kfz-Abstellhallen.

Aufträge übers Internet vergeben

Kräftig investiert werden soll auch in den mittelfränkischen Bundeswehrstandort Roth, wo eine neue Offizierschule der Luftwaffe entsteht. 158 Millionen Euro fließen dort in 17 Projekte, die das Staatliche Bauamt Nürnberg koordiniert. Firmen können sich ausschließlich übers Internet um einen Auftrag des Freistaates Bayern bewerben. Die Adresse lautet: www.meinauftrag.rib.de .Angelika Kleinhenz