Mit ihrem ersten Auftritt im Oktober 2019 gewannen Hannah Silberbach aus Gräfendorf, Laura Breuter-Widera aus Burkardroth und Pianistin Bea Michalski den großen Troubadour Contest in Stuttgart. Nun steht schon wieder ein Debüt an. Gemeinsam mit anderen Musikern haben sie mittlerweile die Band "LautNah" gegründet. Beim ersten Auftritt präsentiert die Band gleich ihre erste CD - am 24. Juli bei "Konzerte im Stadtgärtchen" in Marktheidenfeld.

Anfängerinnen sind die bei Premieren erfolgreichen Musikerinnen allerdings nicht. Hannah Silberbach (29) hat in Hamburg die Musical-Ausbildung der renommierten Stage School durchlaufen, wohnt seit einem Jahr in Stuttgart und leitet dort mehrere Chöre. Laura Breuter-Widera (26) hat in Stuttgart Gymnasial-Lehramt für Deutsch und Musik studiert und dabei schon mehrfach Orchester und Chöre dirigiert. Die Pianistin Bea Michalke ist eine Studienfreundin von Breuter-Widera. Doch die Kreativzelle sind die beiden Unterfränkinnen.

Ungewöhnlicher Sound

"Wir schreiben die Songs zusammen", sagt Sängerin Silberbach. Meistens geschieht das am Klavier. Dann entwickeln sie ein Arrangement, in dem Breuter-Widera oft mit dem Flügelhorn die Gesangsmelodie umspielt oder Akzente setzt. Ausgebildeter Gesang, Klavier und Flügelhorn - das ist eine ungewöhnliche Kombination. Mit einigen ihrer ersten Stücke bewarben sich die drei Frauen unter dem Namen "Hannah Silberbach & Band" beim Deutschen Song Contest 2019 - und gewannen tatsächlich beim Finale im Oktober sowohl den Haupt- als auch einen Förderpreis.

Breuter-Widera hatte dann die Idee, den Song "So nah" einem Musikverlag anzubieten. Der Verlag "Fidelio" war von dem Stück begeistert und bietet nun die Noten an - für jeden, der das auf YouTube schon knapp 8000-mal aufgerufene Lied selbst spielen will.

Jetzt mit Band

"Die riefen sofort zurück und sagten, 'wow, toller Song', machen wir'", erzählt sie. "Darüber haben wir uns sehr gefreut." Demnächst veröffentlicht Laura Breuter-Widera sogar das Buch "Das Coaching für ihr Orchester" im Fidelio-Verlag.

Die Noten von "So nah" bieten die Musikerinnen auch bei Konzerten an, "aber seit März gab's keinen Auftritt mehr", sagt Silberbach, "wegen Corona". Weil beide auch nicht mit ihren Chören proben konnten, zogen sie sich nach Unterfranken zurück - und wurden kreativ. "In dem Lied 'Die Erde bleibt niemals stehen' befassen wir uns mit der Corona-Krise und wollen den Leuten Mut machen", so Breuter-Widera. Dieses Stück wurde schon Ende März online veröffentlicht. "Erst nach uns haben sich viele bekanntere Künstler mit dem Thema befasst", sagt sie.

"So nah" und "Die Erde bleibt niemals stehen" zählen zu den sechs Songs, die die Musikerinnen während der vergangenen Monate im Heimstudio aufgenommen, gemischt und gemastert haben. In den nächsten Tagen stehen diese Stücke auf den gängigen Online-Portalen bereit, beim Konzert in Marktheidenfeld soll auch die CD fertig sein."Wir wollen im Stadtgärtchen ein abwechslungsreiches Konzert bieten", erklärt Silberbach. Einige Stücke werden sie im Trio spielen und einige mit voller, neuer Bandbesetzung. "Wir durften kürzlich zum ersten Mal gemeinsam proben." Die neuen Musiker an Schlagzeug, Bass und Gitarre kennen die Songs schon seit einer Weile, nun war es erstmals möglich, zusammen im Proberaum zu stehen.

"Das klingt natürlich poppiger und stellenweise auch rockiger als vorher", findet Hannah Silberbach. Der neue Name "LautNah" soll verdeutlichen, dass sich da eine Band gefunden hat. Die Frauen hoffen, dass sich diese Band weiter so gut entwickelt wie bisher. "Unsere Songs sollen etwas Tiefgründiges vermitteln", sagt Silberbach. Ihr Stil sei durch das in der Popmusik ungewöhnliche Flügelhorn "einzigartig", findet Breuter-Widera. Die zwei "LautNah"-Köpfe wünschen sich, Zuhörer "sollen das Konzert, bei dem alle Hygieneauflagen eingehalten werden, mal auf sich wirken lassen".

Markus Rill