Dem Bad Kissinger Impfzentrum steht seit dieser Woche zusätzlicher Impfstoff zur Verfügung. Rund 4800 Dosen hat das Bayerische Gesundheitsministerium dem Landkreis zugeteilt. Damit soll neuer Schwung in die Impfkampagne kommen, nachdem die gelieferten Vakzine wochenlang nur für Zweitimpfungen gereicht hatten. "Ich freue mich sehr", sagt Ralph Brath, der Ärztliche Leiter des Impfzentrums, "endlich wieder Erstimpfungen, endlich ein Schritt nach vorne".

Seit Anfang Juni dürfen nun auch Betriebsärzte vermehrt in die Impfkampagne des Bundes eingreifen. In den größeren Unternehmen des Landkreises herrschte Zuversicht, aber auch Unsicherheit, inwieweit der Impfstoff wirklich in den Betrieben ankommen würde. Nach zwei Wochen "Impfen im Betrieb" haben wir erneut bei einigen Firmen nachgefragt.

"Bei uns gab es in den letzten Wochen viel Bewegung", freut sich Joachim Prölß, Werksleiter bei GKN Sinter Metals (Bad Brückenau). "Wir hatten Kontakt mit diversen Ärzten und können jetzt für die nächste Woche allen Interessierten einen Impftermin anbieten", kündigt er an. Dem Unternehmen sei ausreichend Biontech-Impfstoff zugeteilt worden.

Problemloser Ablauf in Euerdorfer Firma

Dennoch wird man weiter vorsichtig bleiben und an Abstands- und Hygieneregeln festhalten. "Mein subjektiver Eindruck in der letzten Zeit ist sehr positiv, aber es wird sich noch ziehen, bis wir lockerer mit Regelungen wie der Maskenpflicht umgehen werden", so Prölß. Trotzdem sei er sehr zufrieden mit den jüngsten Entwicklungen.

Im Euerdorfer Unternehmen perma-tec hat der Impfturbo auf Anhieb gezündet. "Wir haben sämtliche Dosen bekommen, die bestellt waren und haben 85 Personen geimpft", erklärt Kai-Uwe Bauer, der bei perma-tec für die Arbeitssicherheit verantwortlich ist. Damit habe man allen angemeldeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bereits die Erstimpfung verabreichen können.

"Die Organisation war sehr gut. Der Betriebsarzt ist um 8 Uhr gekommen und war gegen 13 Uhr wieder weg", so Bauer. Alle Interessierten wurden an einem Freitag geimpft, so dass mögliche Impfreaktionen über das Wochenende auskuriert werden konnten. Der Termin für die Zweitimpfung sei bereits fixiert. Dem Betrieb wurde Biontech-Serum zur Verfügung gestellt.

Schnelligkeit beim Impfen zählt

Auch der Ärztliche Leiter des Impfzentrums ist zufrieden, dass in den Betrieben fleißig geimpft wird: "Wir müssen schauen, dass wir möglichst schnell den Impfstoff unter die Leute bringen", sagt Brath. Rein subjektiv, so Brath, hätte er sich für das Impfzentrum in den letzten Wochen freilich gewünscht, dass es stärker ausgelastet gewesen wäre.

Dennoch betont Brath: "Die Impfstoffe sind rasend schnell hergestellt worden, das war eine irre Leistung. Da kann man nicht von heute auf morgen alle zufriedenstellen." Entscheidend sei nun, den Sommer zu nutzen, um für den Herbst gut aufgestellt zu sein. "Wir sind noch nicht ausreichend geschützt und müssen vernünftig bleiben, die Abstands- und Hygienemaßnahmen einhalten", so Brath.

Simon Snaschel