"City-Karree Am alten Postplatz" heißt der Neubau auf dem Krönlein-Areal. Ein nagelneues fünfstöckiges Wohn- und Geschäftshaus zwischen Kirchgasse, Keßlergasse und Langer Zehntstraße mit 5500 Quadratmetern Gesamtfläche entsteht. Die Investitionssumme liegt bei 17,5 Millionen Euro. Davor aber muss erstmal die alte Bausubstanz abgerissen werden und das kostet Zeit und Nerven.
Seit Dienstag wird die neue Großbaustelle eingerichtet, was schon jetzt sichtbare Auswirkungen auf den Verkehr und den Einzelhandel hat.
Für die Zehntstraße sind ab Einmündung Bauerngasse bis Kirchgasse beidseitig Halteverbote angeordnet. Die rund 30 Parkplätze stehen nicht mehr zur Verfügung. Die bereits angebrachte Beschilderung verkündet auch das Ende der Einbahnstraße: Der abfahrende Baustellenverkehr für den Abbruch des Krönlein-Areals von der Kirchgasse kommend, wird über die Zehntstraße im Gegenverkehr in die Bauerngasse geleitet.
Die Stadt sucht laut eigener Mitteilung derzeit "die Ausweisung von geeigneten Ersatzstellplätzen für den ruhenden Verkehr". Dass sie um besondere Vorsicht aller Verkehrsteilnehmer im Einmündungsbereich Kirchgasse/Zehntstraße bittet und darauf hinweist, dass mit Beeinträchtigungen wie verschmutzten Fahrbahnen und Lärm zu rechnen sein wird, ist logisch.
Auch für den Abriss laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren: An der Kirchgasse ist das Gebäude eingerüstet, die Gasse selbst ist aus Sicherheitsgründen zur Hälfte gesperrt, für Fußgänger aber durch einen Tunnel weiter passierbar, wie ein solcher in der Kesslergasse für die Sicherheit der Fußgänger sorgt.
Der Parkplatz zwischen Wissenswerkstatt/Rückert-Bau und Post (etwa 40 Stellplätze) wird längere Zeit nicht zur Verfügung stehen. Er wird Standort der Bauleitung (in Containern) und Lagerplatz fürs Baumaterial. Es verschwinden auch die sieben Parkplätze direkt vor der Post.
Wegen der Abfuhr des Bauschutts allein über die Kirchgasse in Richtung Bauerngasse wird die Zehntstraße im Abschnitt von Höhe Apostelgasse/Graben bis zur Langen Zehntstraße für den "normalen" Verkehr gesperrt. Durchfahrtsberechtigt bleiben nur die Stadtbusse und eben der Bauverkehr.
Der Verkehr erhält eine völlig neue Fahrroute: Aus Richtung Zeughaus kommend führt die Umleitung via Zehntstraße über den Graben hoch bis zur Einfahrt ins Parkhaus Graben. Sie führt wie gehabt dann entweder geradeaus weiter zum Kornmarkt oder neu über die Kirchgasse vorbei am Rückert-Bau zum Marktplatz.
Um das zu ermöglichen, wird ein neues Straßenstück entlang der Wissenswerkstatt (im Rückert-Bau) über den Post-Parkplatz geschaffen. Die Einbahnregelung am Graben und in der Kirchgasse im Bereich Rückert-Bau wird umgedreht. Gebaut ist diese "Umleitung" zum Marktplatz noch nicht. Die Bauherrin des City-Karrees, die Gesellschaft "Bauprojekte Schweinfurt" und bestehend aus den hiesigen Baufirmen Glöckle und Riedel, trägt dafür (Umleitungen und neue Verkehrsregelungen) die Kosten. Logisch ist, dass sie am Ende alles wieder in den alten Zustand zurückversetzen müssen.
Für den Abriss sind gut zwei Monate eingeplant. Es folgen die Bauarbeiten für den fünfgeschossigen Komplex. Zum Jahresende 2017 soll der Neubau bezugsfertig sein. Im Erdgeschoss ist ein Kupsch-Markt geplant. Den größten Teil der Büroflächen im ersten und zweiten Obergeschoss wird das Jobcenter der Stadt Schweinfurt nutzen. Außerdem entstehen 13 Eigentumswohnungen. Hannes Helferich