Das Museum Obere Saline hat sicherlich nicht mehr Grund, die Einbußen durch die Schließung in der Corona-Krise zu bedauern als andere Anbieter von Bildung und Kultur. Aber auch nicht weniger. Die Schließung am 16. März traf das Haus nach den Worten von Museumsleiterin Annette Späth während eines Höhenflugs. Auch davor, im vergangenen Jahr, sei die Entwicklung gut gewesen. Als Annette Späth am Mittwoch dem städtischen Ausschuss für Kultur, Bildung, Familie und Soziales über ihre Arbeit in der Einrichtung Bericht erstattete, bilanzierte sie für 2019 im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs der Gesamtbesucherzahl um gut 1800 auf 19 600 Personen.

Dieses Plus kam nach ihren Daten zu einem großen Teil von den Museumsbesuchern. Deren Zahl sei 2019 um 1700 höher gewesen als 2018. Besondere Anziehungskraft übte neben den Dauerausstellungen der bis Anfang Oktober dieses Jahres verlängerte Besuch der Augsburger Puppenkiste und vieler ihrer bekannten Figuren aus.

Planung steht

Für die nächsten Monate und das nächste Jahr plant Annette Späth einige neue Ausstellungen. Blumenkind und Blendax-Max heißt eine Schau mit Arbeiten der Illustratorin Ilse Wende-Lungershausen von 11. November bis 7. Februar. In Zusammenarbeit mit der Caricatura Kassel bringt die Stadt von Februar bis April Bilder des Deutschen Cartoonpreises 2020 in die Obere Saline. Eine Kooperation mit der Bayerischen Landesausstellung ergibt sich - wahrscheinlich - von 12. Mai bis 31. Oktober bei Weltbad Kissingen und Prinzregent Luitpold. Dazu kommt im Winter 2021/22 eine von heuer verschobene Krippenausstellung in Kooperation mit dem Bamberger Krippenmuseum.

Heidi kommt von der Alm

Auf neue Ausstellungen in der Spielzeugwelt setzt Späth auch. Vorgesehen ist eine aus der Kinderbuchsammlung von Hilla Schütze gespeiste Ausstellung über Johanna Spyri und ihr Erfolgsbuch Heidi. Kindgerecht rund ums Pferd soll es bei Hoppe, hoppe Reiter gehen. Aktuell sei die Spielzeugwelt aber noch geschlossen, so die Museumsleiterin.

Gastronomie weiter verbessern

Ein wichtiges Anliegen für die nahe Zukunft ist der Museumsleiterin die Verbesserung des gastronomischen Angebots in der Oberen Saline. Eine "Ertüchtigung des Museumscafés", hieß es in ihrer Präsentation vor dem Ausschuss, trage zur Stärkung des Museums als Ausflugsziel für Einzelbesucher und Gruppen bei.

Insgesamt hat sich die Obere Saline seit der Übernahme des Anwesens vom Freistaat zu einer Einrichtung mit großer Vielfalt im Angebot ausgewachsen. Das aus der Bismarck-Wohnung entwickelte Bismarck-Museum besteht seit 1998. Die Abteilungen über Salz- und Salzgewinnung und das Heilbad Kissingen, die Spielzeugwelt auf Basis der Sammlung Schütze und die Dauerausstellung zum Weltbad Kissingen kamen mit den Jahren dazu. Zur Palette der Oberen Saline gehören zudem Feste und Jazzkonzerte, Vorträge, Führungen, Mitmachprogramme, Workshops mit künstlerischen Schwerpunkten und inzwischen auch eine Figurentheater-Reihe.