Richtig alt sollen sich die Stadtratsmitglieder am Donnerstag, 4. Mai, fühlen. Der städtische Seniorenbeirat plant auf dem Marktplatz eine Aktion. Die Mandatsträger sollen am eigenen Leib spüren, wie es im Zentrum der Stadt mit der Fortbewegung zu Fuß mit den zunehmenden Zipperlein des Alters klappt.
Um anschaulich zu dokumentieren, dass dann holpriges Pflaster und Bordsteinkanten schnell zu problematischen Hürden werden, beschafft der Beirat Rollstühle, Augenbinden, Blindenstöcke und Simulationsbrillen. Die persönliche Einladung der Stadtratsmitglieder kommt nicht von ungefähr. "Wir sind ein lebendiges Gremium", machte Anni Misch als Vorsitzende des 16-köpfigen Seniorenbeirates bei der Präsentation ihrer ersten Zweijahresbilanz vor dem Stadtrat im Kellereischloss deutlich.


"Ein wunderbares Miteinander"

"Bis auf zwei sind wir alle Online", berichtete sie. Bei insgesamt zehn Treffen besprachen die Mitglieder mit Bürgermeister Armin Warmuth ihre Anliegen. Und haben in puncto seniorenfreundliche Stadt schon einiges mitgestaltet.
So bekam die Stufe an der Bürgerbushaltestelle am Marktplatz nach dem Sturz eines Fahrgastes einen Markierungsstreifen. Genoppte Aufmerksamkeitsstreifen für Sehbehinderte bekamen die Zugänge zu den Fußgängerüberwegen am Postamtskreisel und in der Fuldaer Straße.  "Der barrierefreie Gehstreifen in der Kirchgasse kommt sehr gut an", sagte Misch. Ebenso die Asphaltstreifen auf dem Friedhof. Erfreulich sei der eineinhalb Meter breite Gehweg über die neue Bahnüberführung in Morlesau.
"Es ist ein wunderbares Miteinander mit der Stadtverwaltung", sagte Misch. So gibt es jetzt eine Zusage für eine neue Unterstellmöglichkeit an der Bushaltestelle in der Weihertorstraße, und auch über eine Verlängerung des kommenden Aufzuges bis in den Rathauskeller habe man gesprochen. "Allerdings könnte der Rathausdurchgang noch etwas barrierefreier werden", ging sie auf das grobe Pflaster ein. Wie ernst Anni Misch ihr Amt nimmt, zeige sie anhand ihres Arbeitspensums mit einer Vielzahl von Seminaren. Dafür nimmt sie auch Fahrten bis nach Nürnberg und München in Kauf.


Altersgerechtes Wohnen

Der Bogen der dort behandelten Themen reichte vom Bevölkerungsschwund über Bildung von Netzwerken bis zur Mitbestimmung. Ein Trend ist für Anni Misch klar erkennbar. "Neben Demenz wird altersgerechtes Wohnen das kommende Thema", blickte sie voraus. Der Seniorenbeirat plant dazu eigene Veranstaltungen. dübi