Wie das Polizeipräsidium Unterfranken und die Staatsanwaltschaft Schweinfurt mitteilten, übergab am Montagmittag eine Rentnerin aus dem Landkreis Schweinfurt einem sogenannten Enkeltrickbetrüger 22.000 Euro Bargeld.

Beamte der Polizeiinspektion Haßfurt stellten wenig später den 24-jährigen Mann und seine 19-jährige Komplizin im Rahmen einer großangelegten Fahndung an der A70-Anschlussstelle Viereth-Trunstadt und stellten die Beute sicher.

Am Folgetag wurden die mutmaßlichen Trickdiebe auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Schweinfurt dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der Haftbefehle erließ.

"Enkel" benötigt nach "Unfall" Bares

Bereits gegen 10.30 Uhr bekam am Montag ein 80-Jähriger aus dem Landkreis Schweinfurt einen Anruf von Unbekannten, der sich als Enkel des Rentners ausgab. Dieser überzeugte den älteren Herrn in mehreren Anrufen davon, dass sein Enkel einen Unfall hatte und nun dringend 22 000 Euro Bargeld benötigen würde.

Bestätigung von falschem Polizisten

Ein weiterer Anruf im Anschluss von einem falschen Polizeibeamten, der die erfundene Geschichte bestätigte, festigte die Täuschung des Seniors, der daraufhin die Ersparnisse von seinen Sparbüchern abhob. Am Mittag wollte dann eine bis dahin unbekannte Frau das Bargeld von dem Rentner abholen.

Rentner verfolgt Komplizin

Als der 80-Jährige gegen 13.30 Uhr die Haustüre öffnete und sich einer jungen Frau mit augenscheinlich ausländischer Herkunft gegenübersah, regten sich in ihm Zweifel an der Geschichte. Er schickte die unbekannte Frau weg und verfolgte diese zu Fuß bis zum Parkplatz eines Einkaufsmarktes.

Gleichzeitig klingelte ein Mann an der Haustür des Rentners. Der Unbekannte brachte die 76-Jährige Ehefrau dazu, ihm das Bargeld zu übergeben. Daraufhin stieg der Unbekannte in ein Fahrzeug, fuhr zum Parkplatz des Einkaufsmarktes und holte seine Komplizin ab. Der 80-Jährige, der von seiner Ehefrau über die Geldübergabe informiert wurde, zögerte nicht länger und rief die Polizei.