Ohne großes öffentliches Aufsehen am Stammsitz Bad Kissingen hat die Heiligenfeld GmbH ihre Geschäftsanteile an der Psychosomatischen Privatklinik Bad Grönenbach GmbH verkauft. Die Eröffnung 2016 hatten Vertreter der Geschäftsführung im Allgäu mit 150 Gästen noch als Meilenstein in der Unternehmensgeschichte gefeiert.

Viel ruhiger ging nun aber die finanzielle Umstrukturierung und Übertragung an einen neuen Gesellschafter bei dem 60-Betten-Haus über die Bühne. Auf Nachfragen dieser Redaktion verschickt die Heiligenfeld GmbH eine Pressemitteilung zu der Entwicklung. Demnach hat Michael Lang (Heiligenfeld GmbH) bereits Ende August 2020 sein Amt als Geschäftsführer der Privatklinik Bad Grönenbach niedergelegt.

Klinik passte ins Portfolio

Dabei passte das Haus gut in das Portfolio der Heiligenfeld GmbH, zumal es an deren Behandlungsspektrum anknüpft. Die auf Depressionen und Burn-Out spezialisierte Akutklinik umfasst insgesamt 60 Betten.

Ähnlich wie in den sieben verbliebenen Kliniken der Heiligenfelder gibt es auch in Bad Grönenbach dort Therapie für Menschen mit psychischen Krisen und Erkrankungen. Das Behandlungskonzept beinhaltet nicht nur intensive Einzel- und Gruppentherapien, Körpertherapien und Entspannungsverfahren, sondern auch ein intensives Angebot zur Förderung von Ressourcen und Resilienz.

An Fonds veräußert

Neuer Gesellschafter der Psychosomatischen Privatklinik Bad Grönenbach ist der von Maxburg Capital Partners beratene Fonds Maxburg Beteiligungen III. Er gehört zu Maxburg, einer Münchener Investmentgesellschaft mit der RAG-Stiftung aus Essen als Ankerinvestor, teilt die Heiligenfeld GmbH mit. Maxburg konzentriere sich auf langfristig angelegte Firmenbeteiligungen mit dem Ziel dauerhafter und nachhaltiger Wertsteigerung.

Maxburg ist eine auf den deutschsprachigen Raum fokussierte Beteiligungsgesellschaft, die mit flexiblem Mandat entlang der Kapitalstruktur in privat gehaltene sowie auch börsennotierte Gesellschaften investiert. Den Maxburg Beteiligungsgesellschaften stehen Kapitalzusagen von insgesamt rund 600 Millionen Euro zur Verfügung, informiert die Heiligenfeld GmbH über Maxburg.

Ärztlicher Direktor Dr. Joachim von Wahlert bleibt weiterhin Gesellschafter in Bad Grönenbach. Er leitet die Klinik seit 2015 hauptverantwortlich und ist nun alleiniger Geschäftsführer. Unter Berufung auf die Psychosomatische Privatklinik Bad Grönenbach, teilt die Heiligenfeld GmbH mit, dass dort die Philosophie der Klinik erhalten bleiben und das erfolgreiche Therapiekonzept der Klinik fortgeführt werden soll.

Nach Wunsch weiterentwickeln

Als Grund für den Verkauf ihrer Gesellschaftsanteile nennt die Heiligenfeld GmbH den Wunsch laut von Wahlert, die wirtschaftlich gesunde Klinik vor Ort nach seinen Wünschen weiterzuentwickeln. Die Umsetzung dieses Ziels sei, so die Heiligenfeld GmbH, laut Geschäftsführer von Wahlert nur mit einem langfristigen Investor zu erreichen, anstatt mit einem Konzernverbund wie die Heiligenfeld GmbH.

Außerdem behalten die Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze, die Gesellschaft sieht sogar kurzfristig einen höheren Bedarf an Mitarbeitern, da sie ein weiteres Wachstum der Klinik anstrebt. Neben dem Haupthaus gehören zur Psychosomatischen Privatklinik Bad Grönenbach noch das Garten-, das Blumen- und das Doktorhaus.

Die Klinik war monatelang renoviert und umgebaut worden.

Welche Chancen der Verkauf finanziell möglicherweise für die Heiligenfelder GmbH und Bad Kissingen eröffnet, dazu lassen sich die Verantwortlichen nicht in die Karten schauen.

Mehrgenerationenpark

Ideen für neue Engagements gibt es aber. Erst Ende Januar hatte Geschäftsführer Stefan Greb im Gemeinderat von Greußenheim (Lkr. Würzburg) Pläne für einen Mehrgenerationenpark vorgestellt. An Vorplanungen des millionenschweren Pilotprojektes arbeite man schon seit drei Jahren.

Auf 14 000 Quadratmetern sollen Wohnen und Arbeiten sowie das Miteinander der Generationen vereint werden. Wolfgang Dünnebier