VON Siegfried Farkas

Was die Stadt ist und was sie tut, das erschöpft sich in Bad Kissingen längst nicht nur im Rathaus und im Servicebetrieb. Zumindest zum Teil steckt die Stadt auch bei Institutionen mit drin, auf denen nicht unbedingt Stadt draufsteht: Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft (Gewo) und Stadtwerke sind 100-prozentige Töchter.
An Staatsbad GmbH, GEG (Grundstücksentwicklungsgesellschaft) und RSG (Rhön-Saale Gründer- und Innovationszentrum) hält das Rathaus Anteile. Einmal im Jahr legt es deshalb einen Beteiligungsbericht über die Entwicklung der Unternehmen vor. Heuer ging es dabei um das Wirtschaftsjahr 2013.

Sozialer Wohnungsbau

"Sichere und sozial verantwortbare Wohnungsversorgung" bereitzustellen - diese Aufgabe erfüllt die Gewo seit 65 Jahren. Das Unternehmen ist auf soliden und erhaltenden Umgang mit seinem Bestand an gut 600 Wohneinheiten ausgerichtet. Überschüsse gehen als Polster für Investitionen in die Rücklagen. Hohe Bilanzgewinne fallen so nicht an. 2013 betrug die Bilanzsumme knapp 14,8 Millionen Euro. 280 000 Euro des Jahresergebnisses von 299 627 Euro wanderten in die Rücklage. Den Rest verbuchte die Gewo als Bilanzgewinn. Die durchschnittliche Quadratmetermiete in ihren Objekten gibt sie für 2013 mit 4,12 Euro am.

Mehr Ertrag bei Stadtwerken

Deutlich verbessert hat sich laut Beteiligungsbericht 2013 die Finanzlage der Stadtwerke Bad Kissingen GmbH. Mit seinen Geschäftsfeldern Strom-, Gas-, Wasser- und Wärmeversorgung sowie der Bereitstellung des Stadtbusverkehrs, dem Betrieb von Parkhäusern und -flächen sowie als Investor bei der Therme kam das Unternehmen 2013 auf eine Bilanzsumme von 61,7 Millionen Euro. Das sind zwar drei Millionen weniger als 2012, dafür ist die Ertragslage aber besser. Denn das Jahresergebnis von 1,6 Millionen Euro nach Steuern lag knapp eine halbe Million über dem Jahr davor.
An der Staatsbad GmbH hält die Stadt nach wie vor 40 Prozent. Dem Partner Freistaat gehören 60 Prozent. Gewinne lassen sich mit dem Betrieb der Kissinger Kur nicht erzielen. Dennoch hat sich im Wirtschaftsjahr 2013 das Ergebnis des Unternehmens laut Beteiligungsbericht verbessert. Als Grund dafür führt das Papier den Beginn der Auflösung von Altersteilzeitrückstellungen an. Auch die Umsätze hätten sich positiv entwickelt.

Staatsbad-Defizit sinkt

Unterm Strich teilten sich die Gesellschafter Freistaat und Stadt 2013 immer noch ein Defizit von knapp zwei Millionen Euro. Das sind jedoch etwa 300 00 Euro weniger als im Jahr davor. Ergeben hat sich das durch 100 000 Euro mehr Umsatzerlöse (insgesamt 6,6 Millionen) und durch um 200 000 Euro auf 8,6 Millionen Euro gesunkene Aufwendungen.

GEG vor Auflösung

Die GEG ist 1993 unter Beteiligung der Sparkasse (40 Prozent) gegründet worden, um die Entwicklung und Verwertung der ehemaligen US-Kaserne zu voranzubringen. Diese Aufgabe ist im Grunde abgearbeitet. Laut städtischem Beteiligungsbericht prüft eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft deshalb zurzeit, welche Schritte zur Abwicklung nötig sind.