Etwa 120 junge Frauen und Männer aus den Landkreisen Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld beginnen im Herbst ihre Ausbildung an der Berufsfachschule für Krankenpfelge der ESB Bad Neustadt, am Helios Bildungszentrum Bad Kissingen, am BBZ Münnerstadt oder am bfz Bad Kissingen.

Konnten diese jungen Leute früher zwischen den Ausbildungszweigen mit den Berufsbezeichnungen Krankenpflege, Kinderkrankenpflege oder Altenpflege wählen, so werden sie ab sofort einheitlich zur "Pflegefachfrau" und zum "Pflegefachmann" ausgebildet und können später in allen Pflegebereichen arbeiten. Und, auch das ist neu: Dieser Abschluss ist EU-weit anerkannt.

Realität des Pflegealltags

"Die neue Ausbildung spiegelt die Realität im Pflegealltag wider", sagt Daniela Schmitt vom Bäderland Bayerische Rhön. Der Anteil von alten Menschen in den Kliniken nehme stetig zu. Umgekehrt benötigten immer mehr alte Menschen in der ambulanten Pflege oder in den Pflegeheimen medizinische Pflege. Im Mittelpunkt der neuen Pflegeausbildung stünden die Anforderungen in der stationären Akutpflege (Kliniken), der ambulanten und stationären Langzeitpflege (Sozialstationen, Alten-und Pflegeheime) sowie in besonderen Pflegebereichen, wie der Psychiatrie oder Palliativstationen.

Das neue Konzept nennt sich "generalistische Pflegeausbildung" und ist mit einem hohen logistischen Aufwand verbunden. Alle Pflegebereiche müssen eng zusammenarbeiten: Kliniken, Altenheime, Sozialstationen, psychiatrische und palliative Stationen und die Pflegeschulen. In insgesamt 2500 Stunden praktischer Ausbildung durchlaufen alle Auszubildenden jede dieser Einrichtungen. Hinzu kommen noch einmal 2100 Unterrichtsstunden für den theoretischen und fachpraktischen Unterricht an der Berufsfachschule für Pflege.

Logistische Herausforderung

Bei der Bewältigung der logistischen Anforderungen kommt das "Bäderland Bayerische Rhön" ins Spiel. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe Pflege der Gesundheitsregionplus Bäderland Bayerische Rhön schlossen sich unter dem Namen "Generalistisches Ausbildungsnetzwerk - Bäderland Bayerische Rhön" zusammen. Über eine Lenkungsgruppe stimmen sich die Leitungen aller in den beiden Landkreisen bestehenden Pflegeschulen untereinander ab.

Die Geschäftsstellenleiterin der Gesundheitsregionplus, Daniela Schmitt, will mit ihrer Netzwerkarbeit die Pflegeschulen unterstützen. "Ein gemeinschaftlicher Austausch innerhalb unseres Ausbildungsnetzwerks bringt für alle Beteiligten einen Mehrwert. Dabei arbeiten wir gemeinsam an neuen Ideen und Lösungswegen, die die praktische Arbeit innerhalb der Pflegausbildung vereinfachen können", so Schmitt. Eine engere Abstimmung treffen die Pflegeschulen der ESB am Rhön-Klinikum Campus Bad Neustadt sowie die Caritas-Schulen am BBZ in Münnerstadt.

Sie haben einen Ausbildungsverbund geschlossen. Diesem Verbund treten alle Pflegeeinrichtungen bei, die ihre Schüler an eine der beiden Schulen schicken. Damit ist sichergestellt, dass die Auszubildenden der Campus-Kliniken ihre notwendigen Einsätze in der Langzeitpflege ableisten können und umgekehrt, dass die Auszubildenden von Einrichtungen der Langzeitpflege ihren Platz in der Klinik sicher haben.

Alle teilnehmenden Einrichtungen haben die Planung und Kooperation der praktischen Ausbildung den beiden Pflegeschulen in Münnerstadt und Bad Neustadt übertragen. Diese stimmen sich ab über Ausbildungsabschnitte, Einsatzstellen und Schulblockphasen.

Beruf wird attraktiver

Was versprechen sich die Verantwortlichen von der generalistischen Pflegeausbildung? "Nicht nur der neue Pflegeberuf wird erheblich attraktiver, sondern bereits die Ausbildung selbst ist äußerst attraktiv", sagt Joachim Dietz, Geschäftsführer der ESB. "Der große Vorteil dieser facettenreichen Ausbildung liegt nicht nur im Erwerb vielseitiger Kenntnisse, sondern gerade auch darin, dass die Auszubildenden sich schon in ihrer Ausbildungszeit ein gutes Bild darüber machen können, wo ihre beruflichen Schwerpunkte später einmal liegen könnten - schließlich sind sie dann überall einsetzbar und haben freie Auswahl."

Weitere Informationen gibt es bei der Gesundheitsregion Plus Bäderland Bayerische Rhön: Daniela Schmitt, unter Tel.: 0971/723 61 90 und per E-Mail: schmitt@gesundheitsregion-baederland.de.Martina Harasim