"Wasser ist das Öl der Zukunft." Reinhold Stahl fand als RMG-Vorsitzender deutliche Worte bei der Eröffnung der Verbandsversammlung. Auch bei der Rhön-Maintal-Gruppe ist der Klimawandel "ganz deutlich angekommen", wie es Geschäftsführer Walter Weinig formulierte.
In den letzten Jahren ist - anders als prognostiziert - auf heiße Sommer kaum ein regnerischer Winter gefolgt. Um die Versorgung mit dem kostbaren, aber relativ preisgünstigen Nass sicherzustellen, wird sich der Verband ab 2019 an eine Leitung der Stadtwerke Schweinfurt in Richtung Haßfurt anschließen.
Über das neue Wasserwerk Weyer sollen 600 000 Kubikmeter Wasser jährlich abgezweigt werden, eine Abkehr von der bisherigen Tradition der Versorgung aus eigenen Quellen. In Weyer selbst darf mittlerweile kein Mainwasser mehr filtriert und beigemischt werden.
Ab 2008 habe man "sieben feuchte Jahre" gehabt, so Alfred Eusemann als technischer Betriebsleiter, ab 2015 kam dann die Trockenheit: "Beim Grundwasser haben wir momentan eine leichte Erholung." Ansonsten vergrößert sich das Verbandsgebiet 2019 noch einmal aufgrund der Erweiterung um den "weißen Flecken" Pfersdorf. Der dortige Brunnen müsste aufwendig saniert werden, entsprechend wird die Gemeinde Poppenhausen eine RMG-Leitung finanzieren. Ein entsprechender Vertrag soll abgeschlossen werden.


Sparsame Haushaltspolitik

Ökonomisch läuft es (auf hohen Touren) rund, laut Prüfbericht zum Abschlussergebnis des Jahres 2016: Etwas über 30 Millionen Euro Eigenkapital seien ein überdurchschnittlich hoher Wert, so Weinig. Die Schulden wuchsen von 9,5 Millionen auf über elf Millionen Euro, bei Investitionen von 5,5 Millionen Euro, etwa in die Sanierung der Weyerer Wasserversorgung. "Die Finanzlage war insgesamt als zufriedenstellend zu betrachten", hieß es aus der Geschäftsleitung.
Bei rund 8,6 Millionen Euro Ertrag und knapp 8,5 Millionen Euro Aufwand wurde ein Gesamtgewinn von 141 000 Euro erwirtschaftet, der zur Verlustminderung des Jahres 2015 eingesetzt wird. Trotz steigender Schulden habe der Zweckverband eine sparsame Haushaltspolitik, bestätigte Bürgermeisterin Bettina Bärmann (Niederwerrn), die mit Willi Warmuth (Dittelbrunn) die Rechnungsprüfung übernommen hatte. Der Wasserverbrauch bei den Abnehmern und damit der Verkaufserlös gehe allerdings zurück. Keine Debatte gab es bei der Verabschiedung des Wirtschaftsplans für 2018. Der Erfolgsplan (Verwaltungshaushalt) soll um 339 000 Euro auf neun Millionen Euro steigen, der Vermögensplan um knapp 1,3 Millionen Euro auf rund 5, 2 Millionen Euro sinken. Geld wird in die Fertigstellung des umgebauten Maschinenhauses in Weyer ebenso gepumpt wie in Fernleitungs- und Hochbehälter-Sanierungen, Fernwirktechnik und Richtfunk. Eine Kreditaufnahme von eine Million Euro wurde gebilligt.
Der Verband rechnet mit stark sinkenden Rohrnetz-Kostenbeiträgen aufgrund des Urteils des Verwaltungsgerichtshofs zu zulässigen Geschossflächen von 2017: nun greifen Verjährungsfristen bei Altanschlüssen.


300 Kilometer PVC-Rohre

Alfred Eusemann hatte als Betriebsleiter weitere technische Zahlen: Auf rund 97 000 Direktkunden im Verbandsgebiet kommen noch 13 000 Zusatzkunden. 2016 wurden etwas über fünf Millionen Kubikmeter Wasser gefördert. Der Rohstoff floss durch 1100 Kilometer Leitung, davon 230 Kilometer Fernleitungen sowie 528 Kilometer Ortsnetze. Bei den Hausanschlüssen gab es durch den Bauboom eine Steigerung um 249 auf etwas über 22 000. Da bei den Leitungen immer noch viel Grauguss im Einsatz ist, kommt es zu Korrosion und Brüchen, allein im Januar bedeutete das 35 Alarmierungen: wobei sich das älteste Material aus den 1930er-Jahren als das stabilste erweist. Aufgrund eines Trends der 1970er-Jahre hat man zudem fast 300 Kilometer PVC-Rohre. Der relativ bruchsichere "Newcomer" Polyethylen liegt derzeit noch bei 19 Kilometern. Etwas über eine Million Euro sollen in Erdarbeiten investiert werden. Eine Formalie war die Bestellung des neuen Sennfelder Bürgermeisters Oliver Schulze zum Vize-Verbandsausschussmitglied, in Vertretung von Grettstadts Bürgermeister Ewald Vögler. Uwe Eichler