Der Stadtrat hat erwartungsgemäß mit großer Mehrheit beschlossen, bei der Sanierung der Becken im Terrassenschwimmbad das Aktionsbecken nicht zu erneuern. Es soll zur Liegefläche umgenutzt werden. Die Entscheidung fiel mit großer Mehrheit quer durch alle Fraktionen. Am Ende sprachen sich nur drei Mitglieder der CSU dagegen aus.

Dass die Mehrheit der Stadträte, entgegen der ursprünglichen Festlegung im vergangenen September, das Aktionsbecken streichen wollte, war bereits bei der Haushaltsberatung deutlich geworden. Damals stellten die Räte zwar die haushaltstechnischen Weichen für die billigere Verzichtlösung. Inhaltlich entschieden sie aber nicht. Das holten sie jetzt nach.


Baubeginn im September

Die Sanierung von Nichtschwimmerbecken und Kinderplanschbecken sowie die Umgestaltung des Aktionsbeckens zur Liegeweise ist der erste Bauabschnitt der Beckensanierungen im Terrassenschwimmbad. Baubeginn soll nach dem Ende der Freibadsaison im September sein.

Als voraussichtliche Kosten für den Abschnitt nannte Bauamtsleiter Jan Voll 2,34 Millionen Euro. Die Einsparung im Vergleich zu der im vergangenen September beschlossenen Variante mit Aktionsbecken beträgt damit nicht 320 000 Euro, wie damals angenommen, sondern etwa 65 000 Euro weniger.

Richard Fix von der Ausschussgemeinschaft von Grünen, Bürgern für Umwelt. ÖDP und FDP, der den Verzicht auf das Aktionsbecken schon länger gefordert hatte, verwies erneut darauf, dass das Aktionsbecken "sehr wenig genutzt" werde. Zudem fielen die Fenster zum Nichtschwimmerbecken wegen der Verwendung von Edelstahl bei der Beckensanierung ohnehin weg.

Bernd Czelustek (SPS) erklärte, der Stadtrat stelle jetzt ohnehin nur einen früheren Zustand wieder her, nämlich den vor der Generalsanierung in den 1980er Jahren. Bis dahin habe es das Becken nicht gegeben. Wichtig war ihm zudem die Klarstellung, dass es nicht um "das große Becken geht, in das die Rutsche reinführt", also nicht um das Nichtschwimmerbecken.


Später vielleicht etwas Neues?

Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) begründete die Entscheidung mit dem allgemeinen Rückgang der Attraktivität öffentlicher Bäder. Die DBK forderte, man solle "die Investition nicht schlecht reden". Und auch Sigismund von Dobschütz (Freie Wähler) erklärte den Verzicht als Anpassung an das geänderte Freizeitverhalten.

Steffen Hörtler und Wolfgang Lutz von der CSU hatten "die kleine Lösung" als "falschen Schritt" bezeichnet, zumal das ja gar nicht so viel billiger sei, wie zunächst gedacht. Der Stadtrat vergebe die Chance, das weithin bekannte Terrassenschwimmbad noch attraktiver zu machen. Damit überzeugten sie allerdings auch die Mehrheit ihrer Fraktion nicht. Mit ihnen stimmte nur noch Karin Renner. Siegfried Farkas