Werner Link und Siegfried Brand informierten, die Maschinenring Energie GmbH betreibe bislang zwei Biogasanlagen in Bad Bocklet und in Fuchsstadt. In beiden Fällen werde das aus Biomasse gewonnene Gas mit Blockheizkraftwerken zu Strom umgewandelt, der - ins Netz eingespeist - je etwa 1500 Haushalte versorgen kann. In Hammelburg wird die Abwärme für die Warmwasserbereitung und Beheizung der Kaserne benutzt.
In dem neuen Projekt soll das gewonnene Gas nicht direkt in Strom umgewandelt werden, sondern in die bei Oerlenbach verlaufende Gasleitung von Eon eingeleitet werden und somit auch an anderen Orten genutzt werden können. Gegenüber der Windkraft und der Fotovoltaik-Energie stellten die Vertreter des Maschinenrings fest, habe eine Biogasanlage den entscheidenden Vorteil, dass sie kontinuierlich und ohne Schwankungen Energie liefern könne.

Doppelte Kapazität wie Fuchsstadt und Bocklet


Die geplante Anlage solle die doppelte Kapazität der baugleichen Anlagen in Bad Bocklet und Fuchsstadt haben und erfordere eine Investition zwischen sechs und zehn Millionen Euro. Die Energieleistung soll bei 1,4 Megawatt liegen, was 700 Kubikmetern Rohbiogas je Stunde entspreche. Der Rohstoffbedarf der Anlage liege bei 250 000 Tonnen im Jahr, wovon maximal 60 Prozent Silomais und 40 Prozent Ganzpflanzensilage sein dürften. Zur Gewinnung dieser Menge werde eine Anbaufläche von 650 Hektar benötigt.
Als Anteil an der gesamten landwirtschaftlichen Fläche wurde hier eine Größe von zehn Prozent genannt. Die Gemeinde Ramsthal selbst verfügt über eine landwirtschaftliche Nutzfläche von rund 400 Hektar. Als Einzugs- oder Liefergebiet sieht der Maschinenring die Gemeinden Oerlenbach, Poppenhausen, Ramsthal und Sulzthal. Es wird von einem Radius von zehn Kilometern um die Anlage ausgegangen. Aus Ramsthal haben bereits sechs Landwirte ihr Interesse an einer Belieferung bekundet. Ein Landwirt liefert bereits nach Fuchsstadt. Die Landwirte wären auch an der Anlage in Form einer GbR beteiligt.

Ausweisung eines Sondergebiets erforderlich


Um die Anlage zu realisieren, müsste die Gemeinde die betroffene Fläche von rund vier Hektar als Sondergebiet ausweisen. Es würde dann ein baurechtliches Genehmigungsverfahren eingeleitet. Wenn die Planung noch in diesem Jahr erfolge, könne die Anlage in 2013 gebaut und in Betrieb genommen werden. Als mögliche Hindernisse nannte Brand die Lage an der Kreisstraße und den geringen Abstand zum Wald und zum alten Sportplatz, der in den Unterlagen der Naturschutzbehörde als Magerrasen erfasst ist.
Bürgermeister Franz Büttner (Interessengemeinschaft und Aktiver Bürgerblock) sagte, es gebe bereits Einwände wegen einer möglichen Geruchsbelästigung. Bei einer Anlage in Bergrheinfeld sei dies stark feststellbar. Siegfried Brand sagte, in Bergrheinfeld werde Bioabfall verarbeitet, weshalb man dort von anderen Voraussetzungen ausgehen müsse. Die bei Silage entstehende Milchsäure und der Abstand zu den Gemeinden lasse keine Geruchsbelästigung erwarten. Bei der bei Fuchsstadt betriebenen Anlage habe es kaum Probleme gegeben.
Unter dem Gedanken "Teller oder Tank" gab es Anmerkungen, ob es sinnvoll sei, landwirtschaftliche Flächen der Nahrungsmittelproduktion zu entziehen und der Energiegewinnung zuzuführen. Brand erwiderte, in Deutschland würden mehr Nahrungsmittel produziere als hier benötigt.

"Was hat die Gemeinde davon?"


"Inwiefern hat die Gemeinde etwas von der Anlage?", fragte Anita Sixt (CSU-Wählergruppe). Büttner nannte hier die Möglichkeit der Verkaufs von minderwertiger Ackerfläche zu einem guten Preis und mögliche Gewerbesteuereinnahmen. Sein Vertreter Rainer Morper (IG-AB) meinte, dass man dies noch etwas genauer betrachten solle. Nachdem der Vertrag mit Naturstrom zur Windkraftnutzung unterzeichnet worden ist, regte er an, als nächstes ein Gespräch mit beiden Partnern zu führen, um mögliche Synergien zu nutzen. Die GmbH zeigte sich gesprächsbereit und brachte das mögliche Erzeugen von Methan in der Anlage mit Windkraftstrom ins Gespräch.
Martha Warmuth (IG-AB) sprach von schlechten Erfahrung die man in Wasserlosen gemachte habe, weil dort Belästigungen durch Nachtfahrten und schnellen Schlepperverkehr aufgetreten seien. Laut Maschinenring werde die Anlage dort von einem anderen Betreiber geführt. In den eigenen Anlagen sei die Anlieferung auf einige Erntewochen beschränkt und dürfe nur bis 22 Uhr erfolgen.
Abschließend bekundete der Gemeinderat seine weitere Gesprächsbereitschaft mit dem Maschinenring. Das Gremium legt aber großen Wert auf frühzeitige Einbindung in Information der Bürger.