Eine 170 Zentimeter hohe Weihnachtspyramide hat der Nüdlinger Manfred Koch für seine beiden Enkelkinder angefertigt. Der sechsjährige Kevin und die zehnjährige Julia staunten nicht schlecht, als sie an Weihnachten das hell erleuchtete Prachtstück im Wohnzimmer vorfanden. Ihre leuchtenden Augen waren für Opa Manfred der schönste Lohn. Er hatte es geschafft, die ganze Arbeit bis zum Schluss heimlich zu erledigen - meistens am Abend.
Und so freute auch er sich, dass es am Heiligen Abend mit der Überraschung klappte.
Die Idee, selbst einmal eine Weihnachtspyramide zu bauen, wie sie eigentlich dem erzgebirgischen Brauchtum entstammt, hatte Manfred Koch bereits vor Jahren. Schon im Oktober 2014 begann er damit, sie umzusetzen. Er unternahm mit seiner Frau Doris eine "Erkundungsfahrt" ins Erzgebirge, wo er sich unter anderem in Seiffen Anregungen holte. Weitere Eindrücke von Weihnachtspyramiden erhielt Opa Manfred bei einer Fahrt nach Erbach im Odenwald.
Dann machte er sich an die Planung einer sechsstöckigen Pyramide. Bei der stufenweisen, kreativen Umsetzung war die Laubsäge sein wichtigstes Werkzeug. So gestaltete er Stockwerk für Stockwerk. Die Geschichte der Heiligen Familie und die Geburt des Jesuskindes im Stall von Bethlehem sind darin zu sehen. Bei der Auswahl der gekauften Figuren war ihm Ehefrau Doris eine große Hilfe. Ihre ab und zu geäußerten Zweifel, ob die Pyramide heuer an Weihnachten auch wirklich fertig werde, trieben Manfred zu höchster Eile beim Zusammenbau der vielen Teile an. Und so wurde doch noch alles rechtzeitig fertig.


Ungeahnte Fertigkeiten

Wer die große, künstlerisch gefertigte Pyramide sieht, staunt nicht schlecht über die Fertigkeiten des "Erbauers". Man kennt Manfred Koch meist nur als Inhaber eines "Belichtungsstudios", der Druckaufträge aller Art entgegen nimmt. Bei den Schützen, vor allem bei den Bogenschützen des Sportschützenvereins Nüdlingen, ist er ebenfalls sehr bekannt. Auch als Mitglied im Vorstand des Schützengaus Rhön-Saale hat er sich überregional einen Namen gemacht. Jetzt wird er zusätzlich als Pyramidenbauer für Gesprächsstoff in der Gemeinde sorgen.