Von den 844 Einwohnern waren etwa 65 Haarder gekommen, um sich einen umfassenden Überblick über das kommunale Geschehen zu verschaffen. Der Vergleich mit dem Besuch der Bürgerversammlung in Nüdlingen - dort waren von 3138 Bürgern auch 65 erschienen - zeigte jedoch das traditionell stärkere Interesse der Haarder am Ortsgeschehen.

Siegfried Hillenbrand wollte wissen, wann die Bürger die Rechnung für den Gehsteiganteil an der Ortsdurchfahrt KG 17 zu erwarten hätten. Bürgermeister Harald Hofmann (CSU) erläuterte, dass die Schlussrechnung der Gemeinde noch nicht vorliege. Eine Zeitpunkt konnte somit nicht genannt werden.

Diskussionsbeiträge

In der Diskussion monierte Reinhold Back die in den Straßenraum hängenden Sträucher und Dornen in der Albrecht-Merck-Straße. Gabi Back fragte, wie die Parksituation am Friedhof Haard verbessert werden könne. Der Bürgermeister sagte, im Moment habe die Gemeinde keine Fläche zur Verfügung. Es würden jedoch Verhandlungen geführt.
Gemeinderat Burkhard Diez (UWH) sprach sich dafür aus, dass im Haarder Friedhof eine öffentlich zugängliche Toilette eingebaut wird. "Wir organisieren das - wie in Nüdlingen", stimmte der Bürgermeister zu. Günter Neeb fragte nach den Kosten eines möglichen Neubaus der Burgstraße, die sich in einem schlechten Zustand befindet. Harald Hofmann machte deutlich: "Es werden keine Straße ohne die Beteiligung der Bürger gemacht."
Keine Chance auf Verwirklichung sah der Bürgermeister für den Wunsch von Ewald Kiesel, aus Gründen der Verkehrssicherheit den Gehweg von der "Bärenburg" bis zur "Linde" zu verlängern. "Das ist offiziell ein Feldweg", erhielt er als Antwort.
Wie in Nüdlingen, hatte die Verwaltung mit Geschäftsleiter Stefan Funk eingangs die gemeindliche Finanzlage, die Maßnahmen und Vorhaben mit Zahlen, Fotos und Planskizzen illustriert. Bürgermeister Harald Hofmann bedankte sich bei den Amtsvorgängern Adalbert und Günter Kiesel, die ihm eine intakte und weiterhin schuldenfreie Kommune hinterlassen hatten. Am lockeren, mitunter recht humorvollen Vortrag des neuen Bürgermeisters merkte man, dass sich Hofmann in seinem Amt offenbar wohlfühlt.
Anders als in Nüdlingen, waren die Haarder beim Thema Ortsumgehung mit der Sachdarstellung des Bürgermeisters zufrieden. Bekanntlich bemüht sich die Gemeinde seit Jahren, mit dem Projekt Ortsumgehung in den "vordringlichen Bedarf" des Bundesverkehrswegeplans 2015 zu kommen. Auch bei einem positiven Ergebnis werde die Umgehungsstraße kaum in den nächsten Jahren verwirklicht, ist sich Hofmann sicher. Er stellte eine Reihe zeitnaher Maßnahmen für die Verbesserung des Ist-Zustands dar, unter anderem die Hebung aller Kanaldeckel. Erreicht worden sei jetzt eine neue Asphaltierung der gesamten Nüdlinger Ortsdurchfahrt mit "Flüsterasphalt", die für 2016 vorgesehen sei.
In Nüdlingen und in Haard habe sich die Gemeinde bei der Aufnahme von Flüchtlingen stark engagiert, so Hofmann. Dank sagte das Ortsoberhaupt Privatpersonen und Vereinen, die zu ihrer Integration beitragen.