Es bleibt dabei: Der Stadtrat hat sich wieder einmal gegen das Hallenbad entschieden. 2. Bürgermeister Norbert Reiter (CSU) nennt als Grund, dass, unabhängig ob ein Verein oder eine Genossenschaft Träger des Bades sei, die Stadt in der Verantwortung bleibe. "Und die muss auch die Fördermittel für eine Generalsanierung beantragen." Vereinsvorsitzender Wolfgang Blümlein vermutet indessen, dass den Hallenbad-freunden so viele Steine in den Weg gelegt werden, bis sie aufgeben. "Das ist das Ziel", sagt er und fügt hinzu: "Aber wir machen weiter."

Während die Hallenbadfreunde am Montagabend im Café Winkelmann dem Bayerischen Rundfunk Rede und Antwort standen, versuchte Markus Müller (Forum aktiv) während der Stadtratssitzung den Punkt Hallenbad vom nicht öffentlichen in den öffentlichen Teil zu verlegen. Doch daraus wurde nichts.
Die Mehrheit hatte offensichtlich etwas dagegen.

"Der Stadtrat bleibt bei seiner Linie, keine finanziellen Mittel für die Sanierung oder den Unterhalt zur Verfügung zu stellen", sagte 2. Bürgermeister Norbert Reiter am Dienstag. Er hatte die Sitzung geleitet. Norbert Reiter bestätige, dass eine Anfrage des Vereins vorlag, ob die Stadt bereit wäre, das Hallenbad für einen Euro zu veräußern. Das sei nicht positiv beschieden worden.

Mit dazu beigetragen habe die Antwort der Regierung von Unterfranken auf eine Anfrage des Hallenbadvereins. Demnach sei die Rechtslage so, dass die Stadt in der Verantwortung bleibe, egal ob das Bad von einem Verein oder einer Genossenschaft betrieben wird, so der 2. Bürgermeister "Die Generalsanierung würde der Stadt 760.000 Euro kosten", rechnete er vor. "Auf dem Girokonto haben wir 1,5 Millionen Euro Minus." In Anbetracht der hohen Grundsteuern und Wassergebühren fragte der 2. Bürgermeister: "Was wollen wir unseren Bürgern noch zumuten?" Es gebe keinen Stadtratsbeschluss, nach dem die Kommune sich bereit erklärt, laufende Kosten für das Hallenbad bei einem Betrieb durch den Verein zu übernehmen.

Forderung nach Rückbau

Nach dem Beschluss, das Hallenbad wegen der Folgekosten auch nicht für einen Euro herzugeben, sei aus dem Gremium geäußert worden, jetzt Nägel mit Köpfen zu machen und einen Rückbau anzustreben, was nichts anderes als Abriss bedeutet. Wenn es keine Folgenutzung gibt, sei auch das im Rahmen des Förderprogramms Stadtumbau West zuschussfähig, so Norbert Reiter.

Enttäuscht zeigte sich wieder einmal der Vorsitzende des Vereins Bürgerbad Münnerstadt. Dabei habe ihm doch Bürgermeister Helmut Blank vorgeschlagen, eine Genossenschaft zu gründen, sagt er. Er wisse zwar noch nicht genau wie, aber der Verein werde weiter machen und nach neuen Wegen suchen: "Jetzt erst recht."
Das Thema Hallenbad Münnerstadt stand gestern auch im Fokus von Radio und Fernsehen. Erstmals seit langer Zeit wurden deshalb die Türen des seit rund zweieinhalb Jahren geschlossenen Bades wieder geöffnet.