Es klingt nicht gut, was der Leiter der Staatlichen Bauverwaltung Schweinfurt, Holger Bothe, zur B286 neu dem Wirtschafts- und Umweltausschuss des Kreistages mitteilte. Die Kurzversion: So schnell wird das wohl nichts. Im O-Ton und auf Nachfrage: "Wir sind keinen Schritt weiter, wir warten auf die Zustimmung des Bundesverkehrsministeriums."

Nach Angaben von Bothe liegt das Entwurfskonzept seit fast genau einem Jahr in Bonn. Sobald man von dort grünes Licht bekomme, könnte seine Behörde binnen eines Jahres den Vorentwurf abschließen und zur Genehmigung dem Ministerium vorlegen. Er geht davon aus, dass es nach dessen Zustimmung drei Jahre dauert, bis Baurecht vorliegt. Es sei denn, es kommt zu weiteren Verzögerungen.

Wie Bothe weiter sagte, wird es 2015 einen neuen Verkehrswegeplan geben. Alle bis dahin noch nicht begonnen Projekte würden hinsichtlich des Kosten-Nutzen-Verhältnisses überprüft. Bei der neuen B286 geht man aktuell von rund 17 Millionen Euro aus. Die Verkehrszahlen seien aber viel niedriger, als 2003 prognostiziert worden sei.


Der Schwerlastverkehr ist ein Problem



Unabhängig davon soll das Problem mit dem Schwerlastverkehr auf der Kreisstraße KG 43 sowie den Ortsdurchfahrten von Eltingshausen und Reiterswiesen gelöst werden, so Bothe. Landrat Thomas Bold (CSU) sagte, man müsse damit rechnen, dass es noch einige Jahre, mindestens fünf, sechs, dauern werde. Er erinnerte an die Zusage, die B286 neu werde "zeitgleich" oder - später - "zeitnah" mit der Autobahn 71 verwirklicht.

Siegfried Erhard, CSU-Sprecher und Oerlenbacher Bürgermeister, sprach von einer Katastrophe. Man dürfe nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Wenn er Bothes Stellungnahme aufmerksam lese, komme er zu dem Ergebnis, "es wird bis 2019 dauern, bis da was läuft". Das aber "kann man als Landkreis nicht akzeptieren". Denn "der Verkehr rammelt alles zusammen". Die KG 43 sei "kaputt, die ist gebrochen". Erhard: "Wir gehen ständig in Vorleistungen und die verschwinden im Niemandsland." Die Menschen würden immer vertröstet. Wolfgang Back (CSU) forderte auf, "richtig Aufstand zu machen".


Mehrfache Umplanungen



Bold erinnerte an "viele Gespräche" in München und Berlin. Das Projekt sei "mehrfach auf den Kopf gestellt" und umgeplant worden. Freistaat und Bund sollten an die ursprünglichen Zusagen erinnert werden.
Der Ausschuss nahm einstimmig Erhards Antrag an, bei den zuständigen Stellen vorzusprechen, eine zügige Planung und deren Umsetzung zu fordern.

Unerfüllt bleibt zumindest vorerst ein weiterer Wunsch vieler: Es wird wohl länger dauern, bis der oft und seit langem geplante Radweg neben der B287 zwischen Bad Kissingen und Euerdorf gebaut wird.
Auch das ging aus der Stellungnahme von Bothe hervor. Demnach erarbeitet ein Büro in Euerdorf derzeit vier Planungsvarianten, die im Herbst vorliegen sollen. Hauptproblem sind 1,3 Kilometer südlich des Golfplatzes. Alleine dieser Abschnitt dürfte 1,3 Millionen Euro kosten. Landrat Thomas Bold (CSU) sagte, der vernünftige und durchgehende Ausbau dieses zentralen Radweges wäre wichtig. Das sieht der gesamte Ausschuss so.

Anders beim Radweg von Volkers zum Volkersberg. Den verwirklicht der Landkreis in Eigenregie und ohne Förderung für knapp 70.000 Euro. Er soll noch 2012 fertig werden. ed